basleradvokat:innen
Zum Bewerten auf einen Stern tippen
Die Kanzlei
basleradvokat:innen ist eine Advokatur & Notariat mit Sitz an der Falknerstrasse 3 in Basel. Die Kanzlei wurde 1992 gegründet und ist aus einem kleinen Büro an der Weissen Gasse hervorgegangen. Sie beschäftigt neun Anwältinnen und Anwälte, drei Mitarbeiter für die administrative Leitung und eine Substitierende. Die Kanzlei präsentiert sich als Verbindung zwischen hochgradig spezialisierter und allgemeiner Praxis, und hebt dabei ein bewusstes Commitment zu Vielseitigkeit und Diversität hervor. Die Website schreibt: „Schon früh wurde erkannt, dass Vielseitigkeit und Diversität Gewähr für eine nachhaltige Vertretung der Interessen unserer Klientschaft bietet."
Wofür man sie beizieht
basleradvokat:innen arbeitet mit vier SAV-Fachanwalts-Titeln: Haftpflicht- und Versicherungsrecht, Bau- und Immobilienrecht, Erbrecht und Strafrecht. Im Versicherungsrecht, ihrer Primärkategorie hier, betreut die Kanzlei Mandanten in Haftpflicht- und Versicherungsfällen. Diese Titel bedeuten, dass die Kanzlei eine Spezialisierung und Vertiefung in diesen Gebieten nachgewiesen hat und sich an Kompetenzvorgaben der Anwaltskammer halten muss.
Die Website nennt keine spezialisierten Untergebiete innerhalb des Versicherungsrechts, ob sie etwa Vertragsrecht, Schadensregulierung, Deckungsfragen, Regressansprüche oder sonstige Spezialpunkte betreut. Sie nennt auch keine Branchenschwerpunkte und keine beispielhaften Mandate, die zeigen würden, wie die Kanzlei ihr Versicherungsrecht-Angebot konkret ausfüllt.
Daneben bietet basleradvokat:innen Notariatsdienstleistungen an. Der Website ist nicht zu entnehmen, welche Art von Notariatsarbeit (etwa Grundstücksüberträge, Testamente, Schenkungen, oder Gesellschaftsgründungen) die Kanzlei bevorzugt oder schwerpunktmässig leistet.
Die Kanzlei betont ihre philosophische Ausrichtung: „Uns allen gemein ist die nach wie vor ungebrochene Faszination für das Menschliche in all seinen Facetten und die gleichermassen nachhaltige sowie nachdrückliche Vertretung der Interessen unserer Klientschaft mit viel Engagement und Erfahrung." Das deutet darauf hin, dass die Kanzlei sich als ernsthaft und nicht als High-Speed-Boutique positioniert.
Was die Seite sagt
Die Website nennt genau drei quantitativ verifizierbare Fakten: „1992 entstand aus dem kleinen Büro an der Weissen Gasse die heute aus 9 Anwält:innen, 3 Mitarbeiter:innen für die administrative Leitung und einem:r Substitut:in bestehende Advokatur & Notariat basleradvokat:innen an der Falknerstrasse 3 in Basel." Diese Formulierung ist ihr einziger demografischer Bericht.
Die SAV-Fachanwalts-Titel werden explizit genannt: „spezialisierte Fachanwälte SAV in den Bereichen Haftpflicht- und Versicherungsrecht, Bau- und Immobilienrecht, Erbrecht und Strafrecht". Die Website nennt keine weiteren Spezialisierungen über diese vier hinaus und keine Namen von Spezialistinnen, die diese Titel tragen.
Die Website hebt dreimal auf Diversität ab. Sie schreibt von einer „erfrischenden Mischung von Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Hintergründen", und sie beschreibt die Kanzlei als „Mix von spezialisierten Fachanwälten SAV... andererseits und Allgemeinpraktizierenden andererseits". Das ist die einzige strukturelle Beschreibung der Kanzlei, nicht eine hierarchische Ordnung oder eine Organisationschart, sondern ein Versprechen von fachlicher Balance.
Struktur und Ansatz
Die Website nennt keine Kompetenzbereiche über die vier genannten SAV-Titel hinaus. Sie nennt auch keine spezialisierten Subgebiete (etwa „Haftpflicht für Medizinalpersonen" oder „Versicherungsrecht für Bauprojekte"). Der Ansatz scheint zu sein: Wir sind spezialisiert in diesen vier Feldern, aber nicht spezialisierter als die SAV-Anforderungen vorsehen.
Die Website hebt das Netzwerk-Moment nicht hervor. Sie nennt keine Kooperationspartner, keine Fachverbände, keine Referenzen zu Spezialisten ausserhalb der Kanzlei. Die Idee der Vielseitigkeit scheint zu bedeuten: Alle neun Anwältinnen können in allen vier Gebieten arbeiten.
Was das konkret bedeutet, wird auf der Website nicht exemplifiziert. Ein Mandant mit einem Versicherungsfall könnte fragen: Welche Art von Versicherungsfall? Privater Schaden? Ein Geschäftsverkehr? Eine Deckungsfrage? Ein Streit mit der Versicherung über die Leistungspflicht? Die Website bleibt auf diese Fragen still. Sie gibt keine Beispiele, keine Fallbeschreibungen, keine Hinweise auf Branchen-Schwerpunkte oder Mandats-Arten.
Das ist nicht untypisch für Schweizer Anwaltskanzleien, besonders mittelgrosse. Sie präsentieren sich mit ihren Titeln und ihrer Erfahrung und überlassen es dem Mandanten, mit ihnen zu reden. Aber für einen Mandanten, der wissen möchte, ob diese Kanzlei für seinen Fall richtig ist, bevor er anruft, ist das ein Informationsloch.
Was die Seite offenlässt
Die Website nennt keine einzelnen Namen, keine Vitas, keine Spezialisierungen einzelner Personen. Das ist ein wesentliches Loch. Wer im Versicherungsrecht arbeitet? Wer hat die Fachrichtung im Strafrecht? Wer macht die Notariatsarbeit? Die Website differenziert das nicht.
Die Website veröffentlicht keine Stundensätze, keine Gebührenordnung, keine Kostenvorschüsse, keine Wartezeiten für einen Termin, keine Telefonsprechstunden. Die Website nennt keine Fallbeispiele, keine Referenzen, keine Kundenaussagen.
Die Website nennt keine Kantonszulassungen und keine Zulassungen vor höheren Gerichten. Sie nennt auch nicht, ob die Kanzlei mit internationalen Partnern zusammenarbeitet oder nur schweizweit aktiv ist.
Die Website nennt auch nicht, welche Art von Versicherungsrecht die Kanzlei bevorzugt. Betreut sie Privatversicherte oder auch Sozialversicherungen? Handelt es sich um Haftpflicht für Privatpersonen, Gewerbetreibende oder beide? Die Website bleibt leer auf diesen Fragen.
SAV-Fachanwalts-Titel und ihre Bedeutung
Die SAV-Fachanwalts-Titel sind ein schweizerisches Qualitätssystem. Ein SAV-Titel in Versicherungsrecht bedeutet, dass die Anwältin eine Spezialisierung nachgewiesen hat, durch Erfahrung, durch Fortbildung, durch ein bestandenes Examen. Die SAV überprüft das. Das ist nicht bloss ein Marketing-Claim, sondern ein zertifizierter Standard. Wenn basleradvokat:innen in Haftpflicht- und Versicherungsrecht SAV-Titel haben, ist das ein Beleg für Expertise, nicht bloss ein Versprechen.
Das gilt auch für die anderen drei Gebiete. Bau- und Immobilienrecht, Erbrecht, und Strafrecht sind alle SAV-zertifiziert. Das bedeutet, dass Sie nicht bloss eine Generalpraxis engagieren, sondern Fachleute mit geprüfter Spezialisierung.
Für wen sie passt und für wen nicht
basleradvokat:innen passt für Mandanten in Basel und Umgebung, die einen Fall in Haftpflicht- oder Versicherungsrecht haben und eine Kanzlei mit explizitem SAV-Fachanwalts-Titel suchen. Das ist ein Qualitätssignal. Die Verbindung von Spezialisierung und Allgemeinpraxis könnte für kleinere bis mittlere Mandate attraktiv sein, etwa Schadensfälle im Privatversicherungsrecht, weil die Kanzlei versprechen kann, dass nicht jede Frage erst an eine Spezialistin weitergeleitet wird.
Sie passen auch für einen Mandanten, der auch in anderen der vier Gebiete Fragen hat, etwa ein Erbfall, der auch Versicherungsfragen mit sich bringt, oder ein Baukonflikt mit Haftpflicht-Aspekten. In solchen vernetzten Fällen kann eine Kanzlei mit expliziten Titeln in allen vier Gebieten effizienter sein als mehrere spezialisierte Kanzleien.
Sie passen weniger, wenn Sie vor einem ersten Termin wissen möchten, welche Anwältin Ihr Fall bearbeiten wird. Die Kanzlei veröffentlicht keine CVs, keine Schwerpunkte einzelner Personen, keine Telefonnummern mit Namen. Sie passen auch nicht, wenn Sie Eilbedürftigkeit voraussehen: Die Website nennt keine Erreichbarkeit und keine Wartezeiten.
Sie passen auch nicht ideal, wenn Sie vor einem Erstgespräch die Gebühren abklären möchten: Die Kanzlei veröffentlicht keine Stundensätze und keine Gebührenordnung. Sie müssen also anrufen und fragen, ohne vorher zu wissen, in welche Kostenklasse Sie sich begeben.