gbf Rechtsanwälte AG
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Die Kanzlei
Die gbf Rechtsanwälte AG ist eine grössere Schweizer Anwaltskanzlei mit Präsenz an mehreren Standorten. Das Zentrum liegt in der Deutschschweiz und in Genf: ein Büro in Zürich an der Hegibachstrasse 47, ein Büro in Genf an der Route de Pré-Bois 20 (Aeroport). Daneben gibt es zwei Notariats-Büros, eines in Bern (Von-Werdt-Passage 3) unter dem Namen Notar Stauffer von May und Notar David Mösch, und eines in Olten (Solothurnerstrasse 235) unter dem Namen Notar Novoselac.
Die Kanzlei präsentiert sich selbst so: „gbf Rechtsanwälte AG gehört zu den führenden Schweizer Anwaltskanzleien in den Bereichen Versicherung und Rückversicherung, Luftfahrt, Handel, Transport und Technologie." Das ist keine Bescheidenheit, sondern eine Positionierung im oberen Segment. Die Kanzlei arbeitet in drei Sprachen: Deutsch, Englisch und Französisch, was auf ein internationales Mandantenspektrum hindeutet.
Geschäftsbereiche und Spezialisierungen
gbf ordnet ihre Tätigkeit in sechs Geschäftsbereiche: Luftfahrt und Weltraum, Versicherung und Rückversicherung, Handel und Vertrieb, Transport und Logistik, Technologie und digitale Wirtschaft, sowie Schifffahrt und Yachten. Im Versicherungsrecht, ihrer Primärkategorie hier, konzentriert sich die Kanzlei auf Versicherungs- und Rückversicherungsfragen, also sowohl die klassische Versicherung als auch den Rückversicherungsmarkt, der für grosse Risiken relevant ist.
Daneben nennt die Website zehn weitere Rechtsgebiete: Prozessführung und Schiedsverfahren, Handels- und Gesellschaftsrecht, Mergers and Acquisitions, Aufsicht (regulatorische Fragen), Wettbewerb, E-Commerce, Datenschutz, Arbeit und Immigration, Notariat, sowie Steuern, Zölle, Vollstreckung und Konkurs. Das ist ein breites Spektrum, das auf Grosskanzlei-Niveau operiert.
Der internationale Fokus
Die Kanzlei hebt hervor: „La complémentarité professionnelle des avocats permet de résoudre les questions juridiques complexes, en Suisse et à l'étranger, tout en offrant efficacité et rapidité dans le traitement des cas." (Die berufliche Komplementarität der Anwälte ermöglicht es, komplexe Rechtsfragen in der Schweiz und im Ausland zu lösen, während Effizienz und Schnelligkeit bei der Bearbeitung von Fällen gewährleistet werden.) Das deutet darauf hin, dass die Kanzlei auch grenzüberschreitende Mandate übernimmt und sich nicht auf Schweizer Recht beschränkt.
Die Multilinguismus, drei Sprachen auf der Website zur Auswahl, ist kein Zufall. Sie reflektiert, dass die Kanzlei Mandate mit internationalen Parteien oder mit Bezug zu mehreren Sprachregionen bearbeitet.
Personelle Entwicklung und Expertise
Die Website nennt Personalveränderungen aus dem Juni 2026. Letícia Morais wurde als Partnerin aufgenommen. Ihr Profil wird wie folgt beschrieben: „Letícia bringt umfangreiche Erfahrung in den Bereichen internationale Streitbeilegung, Versicherung und Rückversicherung sowie Privatvermögen mit und stärkt damit unser Engagement, Rechtsdienstleistungen auf höchstem Niveau zu bieten."
Das ist ein interessanter Anhaltspunkt. Eine Person mit Erfahrung in internationaler Streitbeilegung (Schiedsverfahren, internationale Prozesse) und in Versicherung/Rückversicherung ist eine klassische Besetzung für grosse und komplexe Mandate. Sie signalisiert, dass die Kanzlei auch in diesen Gebieten zuhause ist.
Im gleichen Monat wurde Alain Blättler als Associate in Genf aufgenommen. Er verstärkt „gbf schwergewichtig in den Bereichen Unternehmensfinanzierungen, Fusionen und Übernahmen (M&A) sowie im Bereich Vertragsrecht." Das signalisiert, dass die Kanzlei in Corporate und M&A auch verstärkt aufrüstet.
Notariats-Angebot
gbf bietet auch Notariatsdienstleistungen an, verteilt auf zwei Standorte. In Bern sind zwei Notare namentlich genannt: Stauffer von May und David Mösch. In Olten ist es Novoselac. Das ist ein Netzwerk-Modell: Die Rechtsanwältinnen in Zürich und Genf arbeiten mit Notaren in Bern und Olten zusammen. Das ermöglicht es, etwa bei einer Fusionszahl aus dem Berner Oberland eine Notar-Dienstleistung vor Ort anzubieten.
Was die Seite nicht sagt
Die Website nennt keine Gesamtanzahl von Anwältinnen und Anwälten. Sie nennt auch kein Gründungsjahr der Kanzlei. Sie nennt keine Stundensätze und keine Gebührenordnung. Für eine Grosskanzlei ist das typisch, die Gebühren werden individuell mit dem Mandanten verhandelt.
Die Website unterscheidet nicht, welcher Bürostandort welche Spezialisierung anbietet. Es ist unklar, ob etwa die Luftfahrts-Expertise primär in Zürich ansässig ist oder verteilt. Sie nennt auch keine Wartezeiten, keine Telefonsprechstunden, und keine Gebührenmodelle (etwa Stundenhonorar vs. Pauschal).
Die Website nennt auch keine Versicherungsunternehmen, die die Kanzlei vertritt, und keine Beispielsfälle. Sie nennt keine Zulassungen vor höheren Gerichten. Sie nennt auch nicht, welche der genannten Personen welche Sprache spricht.
Strukturelle Stärken und Schwächen
Stärken: Die Kanzlei ist gross genug, um grosse und komplexe internationale Mandate zu tragen. Sie hat vier Standorte in der Schweiz und arbeitet in drei Sprachen. Sie hat benannte Experten in Versicherung, Rückversicherung, M&A, und internationaler Streitbeilegung. Die Notariate an Bern und Olten zeigen, dass die Kanzlei auch Erbrecht und Liegenschaftsrecht-Transaktionen bewältigt, oft verbunden mit Versicherungsfragen (etwa Erbversicherung oder Liegenschaftsversicherung).
Schwächen der Website: Sie bleibt abstrakt. Ein Mandant mit einem konkreten Versicherungsrechtsmandatsbedarf (etwa: Deckungsfrage in einer Sachversicherungspolice) weiss nicht, auf wen er zählen kann. Die Website nennt keine Spezialistinnen für Versicherungsrecht mit Namen. Sie nennt auch nicht, ob der Versicherungsschwerpunkt eher im reinen Underwriting-Versicherungsrecht liegt (also bei Versicherern) oder auch bei Geschädigten und Versicherten (was für ein Anwalts-Mandat typischer ist).
Ein weiterer Punkt: Die Website nennt mehrere Rechtsgebiete, aber keine Hierarchie oder Priorität. Ist Versicherungsrecht für diese Kanzlei wirklich ein Schwerpunkt, oder ist es eine Rangliste neben zehn anderen Dingen? Die Tatsache, dass es in der Liste der Geschäftsbereiche an erster Stelle steht, deutet auf Priorität hin. Aber ein Mandant kann das aus der Website nicht mit Sicherheit sagen.
Die Grössenklasse und ihre Implikationen
gbf ist eine Grosskanzlei, nicht die grösste Schweiz, aber grösser als die Mehrzahl. Die Tatsache, dass sie vier Standorte hat, dass sie zwei Notare in ihren Namen führt, dass sie in drei Sprachen arbeitet, und dass sie gerade Neuzugänge mit bestimmten Spezialisierungen macht (Juni 2026: Letícia Morais in Versicherung/Rückversicherung, Alain Blättler in M&A), das alles bedeutet, dass Sie es mit einem etablierten Haus zu tun haben, das kontinuierlich in Spezialisierung investiert.
Das hat auch Implikationen: Grosskanzleien haben höhere Gebühren als Mittelkanzleien, weil die Fixkosten höher sind. Grosskanzleien sind auch weniger flexibel, sie haben weniger Zeit für kleine Mandate. Eine Grosskanzlei nimmt typischerweise nur grosse oder mittlere Mandate an, nicht kleine.
gbf wird mit Versicherungs- und Rückversicherungsmandaten rechnen, die sich in sieben- oder achtstelligen Schweizer Franken bewegen. Ein Unternehmen mit einem Deckungsproblem in einer Betriebsversicherung im fünf- oder sechsstelligen Bereich wird diese Kanzlei kontaktieren und hören, dass sie beschäftigt sind.
Für wen sie passt und für wen nicht
gbf passt für grosse und internationale Mandate im Versicherungs- und Rückversicherungsrecht, besonders wenn die Sache auch Luftfahrt, Transport, oder Technologie berührt. Die Mehrsprachigkeit, die Notariate an mehreren Standorten, und die genannte Expertise in internationaler Streitbeilegung deuten auf Mandate hin, die eine Grenze überschreiten oder komplexe multinationale Aspekte haben. gbf passt auch für ein Versicherungsunternehmen, das Spezialversicherungen (Luftfahrt, Schifffahrt, Rückversicherung) zeichnet und Rechtsunterstützung mit Versicherungs-Expertise braucht.
Sie passen weniger für ein kleines, lokales Versicherungsrechtsmandatsbedarf in Basel, das schnell und kosteneffizient gelöst werden soll. Sie passen auch nicht, wenn Sie eine Anwältin mit veröffentlichtem CV im Versicherungsrecht suchen oder wenn Sie Wert auf eine transparente Gebührenordnung legen. Sie passen auch nicht, wenn Sie eine schlanke, schnelle Beratung brauchen, Grosskanzleien haben Prozesse und Ebenen.