Faivre et Associés

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Was die Kanzlei ist

Faivre et Associés sitzt in Genf, Rue de la Rôtisserie 2, gegründet 1979 und weiterhin 7 Anwältinnen und Anwälte gross. Die Namen: Jean-Marie Faivre, Marilyn Nahmani, Olivier Faivre, Julie Hautdidier-Locca, Romain Cosandier, Andrea David Höhn und Claire Berger. Alle sind Mitglieder des Genfer Anwaltsorders (Ordre des Avocats de Genève) und der Schweizer Anwaltsföderation (Fédération Suisse des Avocats).

Die Kanzlei versteht sich selbst als "à taille humaine", ein französisches Konzept, das bedeutet: bewusst klein genug, um den Mandanten zu kennen. Die Anwälte hatten von Anfang an keine Pläne, global zu werden oder eine Filialstruktur aufzubauen. Sie blieben lokal, verstärkten sich, aber nicht durch Fusionen oder Expansionsziele. "À taille humaine" ist nicht Marketing für eine grössere Kanzlei, die sich "persönlich" nennt; es ist die tatsächliche Betriebsgrösse.

Ihre zentrale Aussage zur Rolle: "généraliste par l'ensemble des services, spécialiste par les domaines de prédilection de chacun". Das heisst: Sie decken alles ab (Gesellschaftsrecht, Arbeitsrecht, Immobilien, Streitigkeiten, Vermögensrecht, Steuern), aber einzelne Team-Mitglieder haben Lieblingsfächer, in denen sie tiefer sind. Das ist ehrlich: nicht "wir sind alles auf Partnerniveau", sondern "wir sind alle rundum, und mehrere von uns sind in bestimmten Dingen besser als im Rest".

Wofür man sie beizieht

Eine Anwaltskanzlei, die wirklich alles macht, ist in der Schweiz eher Randerscheinung geworden. Die Spezialisierung war längst das Geschäftsmodell der Branche. Wer kann sich noch eine Generalpraxis leisten, wenn die Spezialistinnen auf Kartellrecht die Stundensätze diktieren? Faivre et Associés ist eine von den seltenen, die sagt: Wir tun es trotzdem, weil der durchschnittliche Mandant das braucht.

Der typische Fall für diese Kanzlei: Sie sind ein Mittelständler in der Genfer Gegend oder in der Romandie. Ihnen ist etwas Ernstes passiert, und Sie wissen nicht, ob das Arbeitsrecht, Vertragsrecht, Steuern oder alles 3 auf einmal ist. Die grossen Zürcher Kanzleien wären zu teuer und zu unflexibel für Ihre Grösse. Die Ein-Mann-Anwaltskanzlei um die Ecke kennt sich nicht mit der Bundesebene aus. Hier rufen Sie an, wissen, dass Sie mit jemandem sprechen, der das Problem komplett überblickt, und Sie werden durchgesteuert zu dem Team-Mitglied, das in Ihrem Problem wirklich zuhause ist.

Ein anderer Fall: Sie haben ein Langzeitmandat. Ein Familienbüro, eine KMU, etwas, das über Jahre wächst und verschiedene Fragen durchmacht. Sie brauchen nicht die beste Kartellanwältin der Schweiz; Sie brauchen jemanden, der Ihre Struktur kennt und mitdenkt, wenn es eng wird. Das ist der Pool, den Faivre adressiert.

Die Website betont "conseils personnalisés", persönliche Ratschläge, in einer "conviviale" (angenehmen) und "discrète" (diskreten) Umgebung. Diskretionsbedürftigkeit ist in Genf ein Verkaufsargument; eine Kanzlei, die über ihre Mandate spricht, ist unbrauchbar. Hier wird das ernst genommen.

Ein drittes Profil: Korrekturmandaten. Sie hatten vorher einen anderen Anwalt, der Ihnen etwas geraten hat, und es ist schiefgegangen. Der Rat war vielleicht nicht falsch am Zeitpunkt, ist aber überholt oder wurde falsch umgesetzt. Eine neue Anwältin oder ein neuer Anwalt, der die ganze Geschichte weiss, den Fehler nicht verursacht hat, kann vom aussen schauen und helfen.

Die Website sagt, dass die Anwälte "habitués à plaider devant toutes les juridictions suisses, cantonales et fédérales" sind, gewohnt daran, vor allen Schweizer Gerichten zu pleadieren. Das ist wichtig. Die Kanzlei arbeitet nicht nur Genfer Zunftrecht; wer einen Fall vor Bundesgericht braucht, wird von hier aus bedient.

Die Belege von der Seite

"L'Etude offre une gamme de services qui recouvre l'essentiel des domaines du droit." Das ist das, was die Website zur Fachausrichtung sagt: Eine Palette, die die Essentialia deckt. Welche Gebiete konkret? Das sagt die Website nicht. Es gibt einen Punkt "Expertise" in der Navigation, aber unter diesem Menüpunkt steht wieder nur dieser Satz. Die persönlichen Profile der 7 Anwältinnen und Anwälte sind auf der Website aufgelistet, aber mit ihren Namen, nicht mit Spezialisierungen.

Das Geschäftsmodell wird so beschrieben: "Fondée en 1979, notre Etude regroupe des compétences aussi pointues que complémentaires". Präzise Kompetenzen, sich ergänzend. Das ist kein "wir alle können alles", sondern ein Hinweis auf arbeitsteilige Spezialisierung innerhalb des Teams.

Zur Arbeitsweise: "L'Etude s'est toujours voulue à taille humaine de manière à pouvoir assurer un suivi personnalisé des dossiers." Bewusst klein, um die Fälle persönlich zu betreuen. Der Satz kommt mehrfach vor; es ist nicht Werbung, sondern das Zentrum des Selbstverständnisses.

Zu den Konditionen gibt die Website nur das Gesetz wieder: "Les honoraires sont fixés en fonction du temps consacré à l'exécution du mandat, de la complexité et de l'importance de l'affaire, des intérêts en cause, du délai d'exécution, du résultat obtenu, de la situation du client ou encore de l'expérience de l'avocat (art. 34 LPAv)." Das ist Zitation von Artikel 34 des Genfer Anwaltsgesetzes (LPAv), nicht eine Beschreibung der Genfer Anwaltsgebühren. Sie werden individuell verhandelt. Stundensätze sind nicht publiziert. Ein erster Kontakt wird keine Kostenansage ergeben, sondern ein Gespräch, worauf ein Kostenrahmen folgt.

Die Website enthält den Standard-Disclaimer: "Les données et informations disponibles sur le site internet sont fournies à titre informatif et ne sauraient constituer une offre de services ou un conseil juridique." Das ist nicht Distanzierung; es ist die vom Gesetz verlangte Warnung, dass die Webseite selbst noch keine Beratung ist.

Sprachen: Die Website existiert auf Französisch und Englisch. Deutsch wird nicht erwähnt, aber Genf ist zwar französischsprachig, Mandanten aus der Deutschschweiz sind dort Standard. Ob die Kanzlei auf Deutsch arbeitet, sagt die Website nicht.

Kontakt: Rue de la Rôtisserie 2, 1204 Genève. Tel: +41 22 311 64 77.

Was die Seite offenlässt

Keine Fachanwaltstitel werden genannt. Das ist relevant, weil verschiedene Schweizer Spezialisierungen (etwa Familienrecht, Arbeitsrecht) Fachanwaltszeichen haben können. Wenn die Website das nicht auflistet, hat die Kanzlei diese Titel entweder nicht oder nutzt sie nicht im Marketing.

Keine Referenzen, keine Fallgeschichten. Die Website nennt keinen einzigen Mandanten (selbstverständlich), keine Urteile, in denen Faivre mitgemischt hat, keine Zeitung, die die Kanzlei als Expertin zitiert. Das ist Genfer Stil: Geheim halten, wer vertreten wird. Es kann aber auch heissen, dass die Kanzlei keine Publicity-Strategie hat.

Keine internen Spezialisierungslinien. Die Website sagt nicht: "Jean-Marie macht Gesellschaften, Olivier macht Immobilien, Romain macht Streit." Entweder gibt es diese fixen Zuordnungen nicht, oder sie entstehen im Gespräch und werden nicht öffentlich fixiert.

Keine Projektteams zu bestimmten Themen, keine Liste "wenn Sie M&A brauchen, arbeiten Sie mit diesem Duo". Die Homepage sagt nicht, was die Kanzlei am liebsten tut oder wo sie am besten ist.

Für wen sie passt und für wen nicht

Passt: Sie sind ein Unternehmer in der Romandie oder haben Geschäfte dort, und Sie brauchen einen Anwalt, der die Gegend kennt. Sie haben einen Fall, der mehrere Rechtsgebiete durchmischt (Anstellung plus Kaufvertrag plus Immobilie), und eine Spezialistentrifft Sie nicht. Sie schätzen Diskretion höher als Ruhm. Sie brauchen jemanden, der Sie über Jahre kennt, nicht eine Taskforce, die nach einem Projekt verschwindet.

Passt weniger: Sie haben einen hochspezialisierten Fall (Datenschutz, Finanzmarktrecht, Fusionen über mehrere Länder) und Sie brauchen sofort die weltbeste Spezialistin für genau dieses Sektor. Diese Kanzlei wird ehrlich sagen, ob sie das abdecken kann oder ob sie Sie übergeben soll. Sie spielen im Grossunternehmen-Liga, wo Sie eine international spezialisierte Kanzlei mit mehreren Büros brauchen. Sie brauchen eine Massenabfertigung für Verträge à la Minute zu billigen Sätzen; Faivre arbeitet persönlich und das kostet.

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