Jetzer Frank Rechtsanwälte

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Was Jetzer Frank Rechtsanwälte ist

Jetzer Frank Rechtsanwälte ist eine Zürcher Anwaltskanzlei, deren Gründerinnen und Gründer an renommierten Schweizer Universitäten unterrichten und forschen. Die beiden Inhaber sind Laura Jetzer und Friedrich Frank. Jetzer lehrt an der Universität Zürich und an der Universität Luzern; Frank unterrichtet an der Universität Zürich und hat auch an der Universität Fribourg gelehrt. Diese akademische Verankerung ist das definierende Merkmal der Kanzlei: Die Betreiberinnen und Betreiber sind nicht primär auf Mandantsgewinnung ausgerichtet, sondern fest in der Rechtswissenschaft verankert und aktiv in der juristischen Forschung und Lehre tätig.

Die Website der Kanzlei ist bewusst minimal ausgestaltet. Sie besteht hauptsächlich aus einer ausführlichen Liste von Vorträgen, Lehraktivitäten, akademischen Veranstaltungen und Publikationen, die sich über viele Jahre hinziehen und die fachliche Spezialisierung dokumentieren. Es gibt keine klassische "Über uns"-Seite im konventionellen Sinne, keine formatierte Darstellung von Mandatsgebieten und keine klassischen Informationen zu Gebühren, Arbeitsweise oder Team. Die Kanzlei wertet sich implizit über die Autorität, Spezialisierung und akademische Arbeit ihrer Gründerinnen und Gründer aus, ihre Lehre und ihre Publikationen sind das verkaufsstarke Argument, das Potential.

Wofür man Jetzer Frank beizieht

Die Website nennt keine Mandatsgebiete in expliziter, klassischer Form wie auf anderen Anwaltskanzleien. Die Schwerpunkte lassen sich aber aus der akademischen Lehr- und Publikationstätigkeit über Jahre ableiten und erschließen. Laura Jetzer lehrt "Law Clinic Strafverteidigung" an der Universität Zürich, eine praktische Lehrveranstaltung, in der Studierende unter ihrer Anleitung echte Strafverteidigungen führen und dabei die Praxis von Grund auf lernen. Sie unterrichtet auch eine "Vorlesung Strafverteidigung" an der Universität Luzern und hat sich fachlich mit "Strafverfolgung und -verteidigung von Amts- und Kommissionsgeheimnisverletzungen" befasst, ein Spezialbiotop des Strafrechts, das juristisches Feingespür und prozessuale Sensibilität verlangt.

Friedrich Frank unterrichtet die Kernlehrveranstaltung "Vorlesung Anklage und Verteidigung im modernen Strafprozess" an der Universität Zürich, ein fundamentales Thema des Strafprozessrechts. Seine Spezialisierung gilt ausdrücklich "Verwaltungsstrafrecht" und insbesondere "Finanzmarktstrafrecht". Die Website dokumentiert mehrfache Vorträge zu "Verwaltungsstrafrecht, Finanzmarktstrafrecht" an hochkarätigen Fachkonferenzen, darunter Tagungen der Staatsanwaltsakademie und des Schweizerischen Polizei-Instituts, sowie zu aktuellen Themen wie "Revision des Verwaltungsstrafrechts".

Eine Kanzlei, deren Inhaber an Schweizer Universitäten lehren und forschen, signalisiert mehreres: Sie behandelt komplexe Fälle, verfügt über tiefes juridisches Wissen auf dem aktuellen Stand von Forschung und Lehre, ist auf Präzedenziale und juristische Argumentation ausgerichtet und kann ihre Positionen vor Gericht mit wissenschaftlicher Gründlichkeit vertreten. Die Website dokumentiert mehrere Publikationen von Frank, etwa zu "Verwaltungsstrafrecht" und zur "Revision des Verwaltungsstrafrechts", also zu aktuellen Reformdebatten in der Rechtsordnung. Jetzer hat sich fachlich mit schwierigen Grenzfällen des Strafprozessrechts auseinandergesetzt, etwa mit Siegelungsrecht und mit der spezialisierten Verteidigung bei Sexualdelikten. Sie unterrichtet auch "Geschädigtenvertretung im Strafprozess", was bedeutet, dass die Kanzlei nicht nur Beschuldigte, sondern auch Opfer von Straftaten vertritt.

Mandanten, die Jetzer Frank beziehen, könnten demnach sein: Beschuldigte oder Angeklagte in komplexen Strafverfahren, die spezialisiertes Wissen brauchen; Parteien in Verwaltungsstrafverfahren, insbesondere im Finanzmarktstrafrecht mit seinen regulatorischen Compliance-Fragen; Opfer von Straftaten, die eine spezialisierte Opfervertretung brauchen; Unternehmen und Führungspersonen in Wirtschaftsstrafverfahren.

Das akademische Profil der Kanzlei legt nahe, dass man sich hier gut aufgehoben fühlt, wenn es um komplexe juristische Fachfragen, um argumentative Verteidigung vor Gericht und um die sachkundige Vertretung von Interessen mit wissenschaftlicher Tiefe geht. Die Inhaber kennen das Rechtssystem von innen, sie unterrichten zukünftige Anwälte und Richter, schreiben wissenschaftliche Arbeiten und beeinflussen aktiv die juristische Debatte.

Die Belege von der Website

Die Website dokumentiert Lehre und Vortragstätigkeit über mindestens zehn Jahre hinweg, zum Teil mit Daten aus 2024, 2025 und 2026, was auf kontinuierliche Aktivität hindeutet. Friedrich Frank hält jedes Herbstsemester eine "Vorlesung Anklage und Verteidigung im modernen Strafprozess" an der Universität Zürich; 2026 gemeinsam mit Ines Meier und Tobias Schaffner. Er lehrt wiederholt "Verwaltungsstrafrecht, Finanzmarktstrafrecht" und hat zu diesem Thema an mehreren Fachkonferenzen vorgetragen, namentlich an der 16. und 17. Schweizerischen Tagung zum Wirtschaftsstrafrecht (beide auf dem Lake Side, Zürich), an der Steuerstrafrechts-Tagung und an Weiterbildungen des Schweizerischen Polizei-Instituts Neuenburg.

Laura Jetzer hält eine "Law Clinic Strafverteidigung" an der Universität Zürich (Herbstsemester, gemeinsam mit Lorenz Erni) und eine "Vorlesung Strafverteidigung" an der Universität Luzern (Frühjahrssemester, gemeinsam mit Andrea Taormina). Sie hat vorgetragen zu "Strafverfolgung und -verteidigung von Amts- und Kommissionsgeheimnisverletzungen" beim Schulthess Forum Medien, Politik und Strafrecht, zu "Begleitung von Mitarbeitenden in internen Untersuchungen" am Europa Institut Zürich, zu "Einziehung bei Dritten" beim Netzwerk Privatklägerschaft und zu Spezialfragen des Siegelungsrechts. Sie hat auch Vorträge zum "Fall Raiffeisen/Vincenz" und zur "Anklageerhebung aus Sicht der Verteidigung" gehalten, also zu aktuellen, hochprofilierten Fällen.

Die Website dokumentiert die akademische Autorität beider Inhaber. Friedrich Frank ist "Fachanwalt SAV Strafrecht", was eine anerkannte spezialisierte Qualifikation in seinem Bereich bedeutet. Beide sind Mitglieder des Schweizerischen Anwaltsverbands (SAV) und damit verpflichtet sich dem Anwaltsberufsrecht, der kontinuierlichen Fortbildung und den ethischen Standards des Verbands.

Was die Website offenlässt

Die Website veröffentlicht keine Stundensätze, Gebührenmodelle oder Kostenvoranschläge. Sie nennt auch keine Telefonnummer oder E-Mail auf der Startseite. Es gibt keine explizite Kontaktmöglichkeit außer einem Verweis auf weitere Seiten. Die Website macht nicht klar, wie man als Privatperson oder als Unternehmen einen Termin vereinbart, ob eine Erstberatung kostenlos ist oder wie lange man auf einen Termin wartet.

Es gibt auch keine Auskunft über bisherige Mandate, Fallbeispiele, Erfolgsquoten oder erzielte Ergebnisse. Mandantenstimmen oder Testimonials fehlen völlig. Die Website ist primär eine akademische Profilseite, keine Visitenkarte für Rechtsuchende. Ein potenzieller Mandant muss die Initiative ergreifen und die Kanzlei kontaktieren, um aus der Theorie zur Praxis voranzuschreiten.

Auch die Größe des Teams wird nicht genannt. Es ist unklar, ob weitere Anwältinnen und Anwälte mitarbeiten, ob es Assistentinnen und Assistenten gibt oder ob Jetzer und Frank allein tätig sind.

Für wen Jetzer Frank passt und für wen nicht

Jetzer Frank passt zu Mandanten in komplexen Strafverfahren, die spezialisiertes und tiefes rechtliches Wissen brauchen, besonders in Verwaltungsstrafrecht, Finanzmarktstrafrecht, Wirtschaftskriminalität oder bei schwierigen Fragen des Strafprozessrechts wie Amtsgeheimnisverletzungen oder Siegelungsrecht. Sie passt auch zu Opfern von Straftaten, die eine spezialisierte und juridisch fundierte Vertretung mit wissenschaftlichem Hintergrund suchen. Die akademische Verankerung der Anwältinnen und Anwälte ist ein Signal für juridische Tiefe, auf Argumentation ausgerichtete Verteidigung und Kontakt zu aktuellen Reformdebatten in der Rechtsordnung.

Jetzer Frank passt möglicherweise weniger für Mandanten, die eine niedrigschwellige oder schnelle Erstberatung suchen, genaue Kostenvoranschläge vorab brauchen oder sofort einen Termin vereinbaren wollen, die Website macht dies alles schwierig und verlangt Eigeninitiative vom Mandanten. Auch wer eine große Kanzlei mit vielen Spezialisten und schneller Bearbeitung erwartet, wird enttäuscht. Jetzer Frank ist klein und akademisch orientiert, nicht als Massenwerk oder als schnelllebige Serviceeinheit aufgestellt.

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