Kaufmann & Friedli Rechtsanwälte
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Was die Kanzlei ist
Kaufmann & Friedli Rechtsanwälte ist eine Kanzlei in Bern mit Sitz in einer bekannten Adresse (Münzgraben 2, 3011 Bern). Sie positioniert sich als "führende Kanzlei in der Region Bern, Espace Mittelland" in den Bereichen Haftpflicht-, Privatversicherungs- und Sozialversicherungsrecht. Das Kanzlei-Team ist mehrköpfig, aber die Website nennt keine Namen einzelner Partner oder führender Anwälte. Die Tätigkeitsbereiche sind bewusst konzentriert auf drei zusammenhängende Gebiete des Versicherungsrechts, nicht auf eine breite Palette wie eine Vollservice-Kanzlei.
Die Kanzlei hat drei Standorte, ein seltenes Merkmal unter schweizerischen Anwaltskanzleien: Bern selbst, Langenthal (im Aargau, nördlich von Bern) und Solothurn (südlich von Bern). Das bedeutet, dass die Kanzlei nicht nur eine lokale Praxis in Bern ist, sondern eine regionale Präsenz in der ganzen Espace Mittelland abdeckt. Das ist ein strategischer Vorteil für eine Spezialisierungskanzlei, weil es bedeutet, dass sie nicht nur in der Stadt tätig ist, sondern auch in ländlicheren Regionen erreichbar ist.
Wofür man sie beizieht
Die Website fasst ihre Arbeit in einem klaren Positionierungs-Statement zusammen: "Als führende Kanzlei in der Region Bern, Espace Mittelland in den Bereichen Haftpflicht-, Privatversicherungs- und Sozialversicherungsrecht haben wir uns auf die Vertretung betroffener Personen spezialisiert, die durch Unfälle aller Art in ihrer physischen und psychischen Integrität verletzt, medizinisch unzulänglich behandelt worden sind oder Unterstützung infolge Krankheit bedürfen."
Das ist eine sehr explizite Positionierung. Sie adressiert nicht Versicherer oder Schadensabwickler, sondern Menschen in Leid. Ein typischer Mandant ist ein Arbeiter, der nach einer Unfallverletzung gegen Suva oder seine Privatversicherung argumentieren muss. Ein anderer ist eine Person, die von ihrer Krankenkasse eine Leistung abgelehnt bekam. Ein dritter ist ein Patient, dessen Arzt einen Fehler gemacht hat und der nun Schadensersatz fordert. Ein vierter ist ein Opfer einer Straftat, das sich an den Staat oder den Täter wendet.
Die Website sagt auch: "Wir vertreten Sie kompetent und zuverlässig an den Standorten Bern, Langenthal und Solothurn." Das ist eine geografische Zusage: Mandanten müssen nicht nach Bern fahren, wenn sie in Langenthal wohnen oder in Solothurn. Die Erreichbarkeit ist lokal, was für Unfallopfer, die oft mobil eingeschränkt sind, ein wichtiger Vorteil ist.
Die Tätigkeitsbereiche und ihre Vernetzung
Die Kanzlei nennt diese Schwerpunkte: Haftpflichtrecht, Arzthaftpflichtrecht, Sozialversicherungsrecht, Privatversicherungsrecht, Opferhilferecht. Das ist keine breite Liste wie "Arbeitsrecht, Familienrecht, Strafrecht, Immobilienrecht", sondern eine spezialisierte, zusammenhängende Liste, die alle Seiten eines Unfallfalles abdeckt, vom Moment des Unfalls bis zur endgültigen Rente oder Abfindung.
Im Haftpflichtrecht bedeutet das Recours gegen die verantwortliche Partei und Schadensersatz. Ein Fussgänger, der vom Auto angefahren wird, kann hier klären, wer zahlt und wie viel. Im Arzthaftpflichtrecht geht es um Behandlungsfehler: Ein Patient, dessen Arzt einen diagnostischen oder therapeutischen Fehler gemacht hat, kann hier Klage erheben. In Sozialversicherungsrecht (Invalidenversicherung, Unfallversicherung, Krankenversicherung) werden Leistungsansprüche durchgesetzt. Wenn die Suva den Anspruch ablehnt oder die Krankenversicherung eine Leistung verweigert, hilft die Kanzlei, die Entscheidung zu bestreiten. Privatversicherungen decken weitere Leistungseinstellungen ab: Berufsunfähigkeits-, Lebensversicherungs- oder andere Fälle. Opferhilferecht ist für Opfer von Straftaten (Tötung, Körperverletzung, Sexualdelikte, Raub), die Staat und Täter für finanzielle Folgen belangen.
Diese fünf Bereiche sind nicht zufällig zusammen. Sie beschreiben verschiedene Wege, wie ein Unfallopfer zu Schadensersatz kommt: durch Haftung des Verursachers, durch Versicherungen (Suva, Krankenversicherung), durch private Versicherungen oder durch Opferhilfe bei Straftaten. Eine Kanzlei, die alle fünf beherrscht, kann einem Geschädigten beratend sagen, welche Wege offen sind und welcher wahrscheinlich am besten funktioniert.
Die Präsenz und Erreichbarkeit
Die Kanzlei hat drei Standorte: Bern (Münzgraben 2, 3011 Bern, Telefon 031 320 20 06, Fax 031 320 20 09), Langenthal und Solothurn. Das ist eine regionale Präsenz in der ganzen Espace Mittelland, einem wirtschaftlich bedeutsamen Raum mit Bern als Hauptstadt und Finanzplatz, Langenthal als Industriestandort, und Solothurn als weiterer Stadt. Mandanten in dieser Region können vor Ort erreichbar sein, ohne lange Anfahrtswege zu haben.
Die Kontaktadresse in Bern ist zentral gelegen (Münzgraben 2 ist in der Nähe des Bundesgerichts und des Kantonsgerichts, also in der Justiz-Gegend). Die Telefonnummer und E-Mail sind angegeben (sekretariat@kaufmannundfriedli.ch). Das ermöglicht direkte Kontaktaufnahme. Auf der Website gibt es auch eine Kontaktseite, über die Mandanten ein Formular ausfüllen können oder direkt anrufen. Das ist besonders für ältere oder mobil beeinträchtigte Unfallopfer relevant, die nicht nach Bern fahren können.
Die Dreier-Standort-Struktur ist ungewöhnlich in der Schweiz. Die meisten Kanzleien haben einen Sitz und eventuelle kleine Filialen. Eine Kanzlei mit drei bedeutsamen Standorten deutet an, dass sie nicht nur eine Berner Kanzlei mit Dependancen ist, sondern eine dezentralisierte regionale Struktur. Das erleichtert es Mandanten in Langenthal oder Solothurn, die Kanzlei zu erreichen.
Was die Website offenlässt
Die Website ist sehr kurz und nennt kaum Details. Es sind keine Namen von Partnern oder führenden Anwälten genannt. Ein potenzieller Mandant weiss nicht, wer das Unternehmen leitet oder wer spezialisierte Erfahrung in welchem Bereich hat. Es gibt keine Stundensätze, keine Gebührenmodelle und keine Angabe der Kostenerwartung. Keine Erfolgsquoten oder Fallzahlen sind angegeben. Es ist nicht klar, wie viele Anwälte und Mitarbeiter diese Kanzlei hat oder wie lange die Beteiligung ist.
Die Website erwähnt "Anwaltskosten" in der Navigationsleiste, aber die Seite selbst wird nicht angezeigt (oder ist nicht vollständig angezeigt). Das könnte ein Platzhalter sein, der niemals ausgefüllt wurde, oder eine Seite, die auf den anderen Standorten verfügbar ist.
Es werden auch keine Referenzen, Urteile oder Fallbeispiele genannt. Ein Geschädigter kann nicht sehen, welche anderen Fälle die Kanzlei gewonnen hat oder wie die Arbeitsweise konkret aussieht. Es gibt keine Publikationen oder Medienauftritte der Partner, die zeigen würden, dass sie sich auch öffentlich einsetzen.
Für wen sie passt und für wen nicht
Für Unfallopfer in der Region Bern, Espace Mittelland (Bern, Langenthal, Solothurn, Teile des Kantons Bern und der Nachbarschaften) ist diese Kanzlei eine offensichtliche Adresse. Die Präsenz an drei Orten bedeutet geografische Nähe und reduziert Fahrtzeiten. Sie ist klar auf der Seite der Geschädigten, nicht der Versicherer.
Wer nach einem Arbeitsunfall oder Verkehrsunfall Schadensersatz durchsetzen muss oder gegen einen IV-Bescheid ankämpft, findet hier Vertreter auf der Geschädigtenseite. Die Spezialisierung auf betroffene Personen ist kein Zufall: Eine Kanzlei, die Opfer vertritt, muss andere Argumente kennen als eine, die Versicherer schützt.
Auch nach medizinischen Fehlern ist diese Kanzlei eine Adresse. Patienten können hier Fälle einbringen. Und für Opfer von Straftaten mit finanziellen Folgen ist die Opferhilfe-Spezialisierung relevant.
Wer eine spezialisierte Kanzlei braucht, die nur in einem einzigen Gebiet (etwa nur Haftpflicht ohne Sozialversicherung) tätig ist, könnte sich anderswo umsehen. Kaufmann & Friedli ist spezialisiert, aber auf fünf verwandte Gebiete, nicht auf eines. Wer eine Kanzlei mit mehr nationaler Sichtbarkeit, Publikationen oder grosse internationale Abstellungen braucht, ist hier wahrscheinlich nicht richtig. Kaufmann & Friedli ist eine gut etablierte Regionalkanzlei ohne grosse nationale Präsenz, dafür aber mit lokaler Kraft und Spezialisierung in ihrem Kern-Fokus. Für regionale Geschädigte in Bern-Mitteland ist das ein Vorteil.