Künzi Hess MacNab
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Was die Kanzlei ist
Künzi Hess MacNab ist eine Boutique-Anwaltskanzlei in Zürich mit fünf namentlich genannten Anwälten: Eva Künzi, Jillian MacNab, Martin Hess, Saskia Cruchon und My Chau Bachelard. Die Website beschreibt sie als "eine Boutique Anwaltskanzlei, die für sämtliche Akteure der Finanzmarktindustrie umfassende Beratung in Legal-, Regulatory- und Compliance-Fragen bietet". Das ist nicht eine Generalistenkanzlei, sondern eine spezialisierte Praxis für die Finanzmarktindustrie.
Die Kanzlei positioniert sich als praktisorientiert, "massgeschneiderte" und kosteneffiziente Lösungen anbietend. Das bedeutet, dass die Kanzlei Mandate für Finanzunternehmen maßschneidern will, nicht Template-Lösungen von der Stange anbietet. Die Website nennt "langjährige Erfahrung" als Basis dieser Spezialisierung.
Mit fünf namentlich genannten Anwälten ist Künzi Hess MacNab eine sehr kleine Kanzlei, aber eine mit sehr fokussierter Expertise. Das ist das Gegenteil von Baker McKenzie oder Borel & Barbey, wo große Teams generalistisch arbeiten.
Wofür man sie beizieht
Künzi Hess MacNab ist die richtige Kanzlei, wenn Sie ein Finanzunternehmen sind und spezialisierte Expertise in Finanzmarktregulierung brauchen. Das ist typischerweise der Fall bei Banken, die neue Produkte lancieren wollen, bei FinTech-Unternehmen, die eine Lizenz von FINMA brauchen, oder bei Vermögensverwaltern, die neue regulatorische Anforderungen erfüllen müssen.
Die Kanzlei arbeitet bei Regulierungs- und Compliance-Fragen, nicht nur bei Transaktionen. Das bedeutet, dass die Kanzlei Unternehmen dabei hilft, mit FINMA zu kommunizieren, Lizenzierungen vorzubereiten, oder Weisungen und interne Prozesse auf neue Regulierung auszurichten.
Ein beispielhaft relevantes Mandat: Ein Schweizer Asset-Manager will ein neues Produkt, etwa eine Krypto-Investmentfonds, lancieren. Das braucht FINMA-Genehmigung, AML/CFT-Compliance, Suitability-Prozesse und viele Compliance-Dokumentationen. Künzi Hess MacNab begleitet genau diese Art von Mandate.
Die Kanzlei arbeitet auch bei internen Projekten und Untersuchungen. Die Website erwähnt: "Wir unterstützen Sie bei internen Projekten oder Untersuchungen und übernehmen temporäre Einsätze in Legal- und Compliance-Abteilungen". Das bedeutet, dass die Kanzlei auch als Interim-Legal-Leiter einspringt oder bei großen Regulatory-Themen Kapazität baut.
Die Kanzlei erstellt auch Rechtsgutachten zu Finanzmarktfragen. Das ist relevant, wenn Unternehmen Bedenken zu neuer Regulierung haben oder wenn Behörden zu speziellen Rechtsfragen befragt werden.
Die Belege von der Website
Künzi Hess MacNab nennt explizit diese Dienstleistungen: "Banken- und Kapitalmarktrecht, Finanzmarktinfrastrukturrecht (Trading, Clearing, Settlement, Payments), Kollektive Kapitalanlagen, Strukturierte Produkte, Finanzierungen, Vermögensverwaltung, Eignung & Angemessenheit (Suitability / appropriateness), Geldwäschereivorschriften, DLT, Blockchain, FinTech, Digital Economy (E-Payment Solutions, E-Money, Digital Asset und Crypto Currency)".
Das ist eine sehr vollständige Liste der modernen Finanzmarktthemen, von traditionellem Banking bis zu Blockchain und Kryptowährungen. Die Website nennt auch: "Wir beraten und begleiten Sie in Lizenz- und Unterstellungsverfahren in den erwähnten Bereichen, insbesondere mit der FINMA".
Die Website gibt Informationen zu den fünf Anwälten. Eva Künzi hat einen LL.M. von der Georgetown University School of Law (2002) und wurde 1998 zugelassen. Sie arbeitete zehn Jahre im Legal & Compliance Department der Credit Suisse und betreute dort "Vermögensverwaltung, Strukturierte Produkte sowie die Prozesse zur Prüfung von Eignung & Angemessenheit von Finanzprodukten für Kunden". Sie arbeitete auch bei Bär & Karrer im Praxisteam Finanzmarktrecht. Sie spricht "Deutsch, Englisch".
Jillian MacNab hat einen MBA von der Erasmus Universität Rotterdam (2007) und wurde 1998 zugelassen. Sie "sammelte ihre Erfahrung als Anwältin in der Finanzindustrie bei UBS, als Counsel und Mitglied der Geschäftsleitung bei Goldman Sachs Bank AG, sowie in Compliance Rollen bei Credit Suisse und in der Private Equity Branche". Sie war auch bei Bär & Karrer. Sie spricht "Deutsch, Englisch, Holländisch".
Martin Hess hat einen Dr. iur. von der Universität Zürich (1984) und wurde 1987 zugelassen. Er war "vorwiegend im Bereich Finanzdienstleistungen tätig, sowohl für beaufsichtigte Institute als auch für Start-Ups". Er war 19 Jahre Partner bei Wenger & Vieli und davor 5 Jahre Partner bei Suter Rechtsanwälte. Von 1987 bis 1994 "arbeitete Martin als Rechtskonsulent bei der Schweizerischen Nationalbank (Zentralbank)". Er war auch "Mitglied von Missionen des Internationalen Währungsfonds (IMF) in osteuropäische Länder" in 1994 und 1997. Er war "Experte für die schweizerische Gesetzgebung über Wertpapiere (Bucheffektengesetz 2010) und Netting (1994)". Seit 2018 ist er "Experte für die 2021 in Kraft tretende Anpassung der Gesetze an die Technik verteilter elektronischer Register (Registerwertrechte/DLT Handelssysteme)". Er spricht "Deutsch, Englisch, Französisch".
Die Website erwähnt auch Rankings. "Who is Who Legal": Eva Künzi hat "the best market practice in Switzerland" und "deep legal knowhow" nach Kundenaussagen. "WWL Fintech 2021" ist ein externer Ranking-Service, der Fintech-Expertise bewertet.
Was die Website offenlässt
Künzi Hess MacNab veröffentlicht keine Stundensätze und keine Gebührenmodelle. Das ist typisch für Schweizer Boutique-Kanzleien, aber für Mandanten bedeutet das, dass Kosten unklar bleiben, bis ein Gespräch stattfindet.
Die Website nennt nicht die Namen oder Qualifikationen der beiden weiteren Anwälte, Saskia Cruchon und My Chau Bachelard. Das ist ungewöhnlich, da die Kanzlei nur fünf Anwälte hat und Personalisierung normalerweise ein Vorteil von Boutique-Kanzleien wäre. Ohne die Informationen ist unklar, wer welches Mandat führt.
Die Website gibt nicht an, wie lange typische Mandate dauern, welche Zahlungsmodalitäten gelten, oder ob die Kanzlei Kostenvorschüsse verlangt. Auch nicht genannt: Wie erreichbar die Kanzlei ist, wie schnell sie auf Anfragen antwortet, oder ob sie Notfall-Mandate übernimmt.
Die Website erwähnt auch nicht, ob die Kanzlei auch für Unternehmen außerhalb der Schweiz arbeitet oder nur für Schweizer Finanzakteure. International tätige Banken brauchen möglicherweise auch Expertise außerhalb der Schweiz, und es ist unklar, ob Künzi Hess MacNab dieses Netzwerk hat.
Die Website sagt auch nicht, ob die Kanzlei auch Börsennotierte Transaktionen mit Finanzmarktaspekten begleitet oder ob die Praxis rein auf Compliance und Regulierung fokussiert.
Für wen sie passt und für wen nicht
Künzi Hess MacNab passt perfekt für Schweizer Finanzunternehmen, die spezialisierte FINMA-Expertise brauchen, etwa bei neuen Lizenzierungsverfahren oder bei der Anpassung an neue Regulierung. Sie passt auch für FinTech-Unternehmen, die FINMA-Lizenzierung brauchen, und für Blockchain- oder Krypto-Unternehmen, die regulatorische Klärung brauchen.
Sie passt nicht für Unternehmen, die Generalist-Beratung in mehreren Rechtsgebieten brauchen, etwa M&A, Arbeitsrecht und Banking gleichzeitig. Für solche Mandate ist eine größere Vollservice-Kanzlei die bessere Wahl. Sie passt auch nicht für internationale Unternehmen, die ein globales Anwalts-Netzwerk brauchen, da Künzi Hess MacNab nur fünf Anwälte hat.
Sie ist überqualifiziert für einfache Compliance-Fragen, die ein in-house Team mit Online-Ressourcen klären könnte. Sie ist aber genau richtig für komplexe, spezialisierte Finanzmarkt-Regulierungsfragen, wo tiefes Wissen von Leuten mit Credit-Suisse-, UBS- und SNB-Hintergrund entscheidend ist. Sie ist auch nicht geeignet für Mandate in anderen Sprachen als Deutsch und Englisch (und möglicherweise Französisch), da die Kanzlei sehr klein und spezialisiert ist.