Reymond & Associés

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Die Kanzlei

Reymond & Associés ist eine Lausanner Anwaltskanzlei mit Schwerpunkt auf multidisziplinäres Privatrecht. Die Kanzlei arbeitet mit insgesamt 12 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten zusammen, darunter mehrere mit Fachzertifikaten der Schweizerischen Anwaltskammer (FSA). Standort ist die Avenue de la Gare 1 in Lausanne, erreichbar unter +41 21 348 11 11. Die Website wird auf Französisch und Englisch gepflegt. Das Team besteht aus vier Partnern (Associés), etablierten Anwälten mit und ohne Fachanwalts-Titel sowie einer Praktikantin. Der Gründer Jean-Marc Reymond trägt den Doktor in Recht und ein LL.M. von King's College London, was auf internationales Arbeiten hindeutet.

Wofür man sie beizieht

Ein Fall im Familienrecht landet bei Gabrielle Weissbrodt, die sowohl mit dem FSA-Titel "Spezialistin in Familienrecht" als auch mit "Spezialistin in Arbeitsrecht" ausgewiesen ist. Sie verbindet damit zwei Bereiche, die in Trennungssituationen oft verzahnt sind: die Frage der Kinderbetreuung und der Güteraufteilung auf der einen Seite, Fragen der Erwerbstätigkeit und Unterhaltsleistungen auf der anderen. Die Website nennt sie mit ihrer akademischen Ausbildung und betont damit den theoretischen Unterbau, der hinter den praktischen Empfehlungen steht.

Die Kanzlei vermarktet ihre Herangehensweise als "professionell, dynamisch und reaktiv". Sie deckt das klassische Spektrum des Familienrechts ab: Trennungsvereinbarungen, Scheidungsverfahren, Regelung der Scheidungsfolgen, Obhut und Sorgerecht, Unterhalt, Güterbeteiligung, Vermögensaufteilung und die Aufteilung der beruflichen Vorsorge (Pensionskasse). Das Team gibt zu verstehen, dass es emotional belastete Situationen vertraut berät, ohne dabei näher zu werden, als nötig. Besonders interessant ist die Erwähnung der Vertretung vor der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB), was darauf hindeutet, dass die Kanzlei auch in schwierigeren Konstellationen mit behördlicher Beteiligung arbeitet.

Wer über Generationen hinweg plant, findet in der Kanzlei auch Angebote für Ehe- und Erbverträge sowie Konkubinatsverträge. Unverheiratete Paare mit Kindern erhalten Beratung zu Vereinbarungen, die ihre Situation regeln. Das zeigt, dass die Kanzlei nicht nur in klassischen Scheidungsfällen arbeitet, sondern auch in der präventiven Planung tätig ist.

Darüber hinaus ist die Kanzlei breit aufgestellt. Anne Dorthe arbeitet unter anderem zu Datenschutz und IT-Recht (zertifiziert mit "CIPP-E"), was im digitalen Erbrecht relevant werden kann, etwa bei Fragen zu digitalen Vermögenswerten, Erbschaften von Online-Konten und Kryptowährungen. Yasmine Sözerman spezialisiert sich auf Bau- und Immobilienrecht mit LL.M. von der Columbia Law School. Denis Cherpillod ist auf Wettbewerbsrecht tätig. Elodie Le Guen trägt den FSA-Titel im Arbeitsrecht. Diese Breite bedeutet: Wenn eine Scheidung mit Immobilienfragen, komplexen Vermögensstrukturen oder Datenschutz-Implikationen verknüpft ist, können diese Themen intern bearbeitet werden.

Belege von der Website

Die Website nennt unter den Teamfotos die akademischen Grade und Titel genau. Jean-Marc Reymond ist als "Docteur en droit / Avocat / LL.M. (King's College London) / Associé" aufgeführt. Die anderen Partner Rolf Ditesheim, Denis Cherpillod und Yasmine Sözerman sind ebenfalls Doctores en droit. Gabrielle Weissbrodt ist die einzige, die beide FSA-Titel in Familie und Arbeit trägt, was bemerkenswert ist und zeigt, dass diese Doppelspezialisierung selten ist.

Anne Dorthe wird nicht nur als Anwältin, sondern auch als "Chargée de cours à l'EPFL" (Lehrbeauftragte an der ETH Lausanne) und "Membre du Conseil de l'Ordre" ausgewiesen. Das deutet auf ein aktives Engagement in Lehre und Standesorganisation hin, was für Forschung und Fortbildung spricht.

Die Nachrichten zeigen, dass die Kanzlei regelmäßig in der Öffentlichkeit präsent ist. Anne Dorthe trat in der RTS-Sendung "On en parle" auf zum Thema digitale Erbschaften, was zeigt, dass sie sich mit modernen Fragen auseinandersetzt. Sie hat auch an Webinaren zur Cybersicherheit von Gemeinden teilgenommen und veröffentlicht Artikel zu Markenrecht und Genealogie. Elodie Le Guen hat ein Kapitel in einem Sammelband "Du prétoire à l'auditoire: Perspectives transversales en droit du travail" (Ehren-Mélanges für Professor Rémy Wyler) veröffentlicht, der 2025 bei Stämpfli erschien. Yasmine Sözerman referiert auf Kongressen zum Energierecht und Baurecht, etwa zum Thema Windparks nach Baugenehmigung.

Die Website listet unter "Domaines d'activité" explizit auf: Zivilprozess und Schiedsgerichtsbarkeit, Sportrecht und Sportverbände, Kaufmännische Transaktionen und Gesellschaftsrecht. Die Familie wird unter "Tous les domaines d'activité" genannt, ist aber nicht in der Kopfzeile der Hauptkategorien sichtbar, was andeutet, dass sie eine unter mehreren Tätigkeiten ist, nicht der Fokus.

Was die Website offenlässt

Reymond & Associés veröffentlicht keine Stundensätze und keine typischen Kostenmodelle. Es gibt keinen Hinweis darauf, wie eine erste Beratung abläuft oder wie lange diese dauert. Das ist bei Schweizer Kanzleien üblich, aber für Klienten, die Kosten kalkulieren möchten, bleibt das ein Problem. Auch der Umfang der praktischen Tätigkeit ist schwer abzuschätzen: Ob die Kanzlei mehr in Mediation oder in Gerichtsverfahren tätig ist, bleibt unklar. Angaben zu durchschnittlichen Verfahrensdauern oder Fallzahlen sind keine vorhanden.

Ebenso präzisiert die Website nicht, welche anderen Sprachen neben Französisch und Englisch im Team gesprochen werden. Für ein viersprachiges Land eine Auslassung, wenn auch Französisch bei einer Lausanner Adresse weniger überraschend. Sie nennt nicht, ob deutschsprachige Klienten möglich sind oder ob die Kanzlei in Romandie tätig ist oder auch in anderen Regionen.

Die Website deutet starke akademische und institutionelle Verflechtungen an, nennt aber keine weiteren Schwerpunkte jenseits der FSA-Titel. Ob die Kanzlei schwierige internationale Fälle bevorzugt oder solche mit hohem Vermögen, lässt sich nicht sagen, obwohl die internationale Ausbildung vieler Partner (LL.M. von King's College, Columbia, Universität Turin) dafür spricht. Es fehlt auch Information über die praktische Erfahrung einzelner Anwälte: Wie viele Jahre hat jede Person im Familienrecht tätig? Welche speziellen Herausforderungen hat sie gelöst?

Für wen die Kanzlei passt und für wen nicht

Wer eine breite Kanzlei mit Spezialistinnen und Spezialisten sucht, um auch weitere Rechtsfragen in einem Paket zu bearbeiten (Gesellschaftsrecht, Arbeitsrecht, Datenschutz, Bau), könnte hier richtig sein. Das Team arbeitet mit akademischen Graden und Zusatzausbildungen, was für komplexere oder international verflochtene Fälle bedeutsam sein kann. Die Nähe zur EPFL und zur Universität Lausanne deutet auf Ambition im Hochbau des Fachwissens.

Französischsprachige Klienten in der Waadt oder Genf mit komplexeren Fällen werden hier wahrscheinlich gut bedient. Wer Expertise in mehreren Rechtsgebieten in einer Kanzlei vereint haben möchte, hat hier einen Vorteil.

Wer es jedoch günstig und schnell will, oder wer eine spezialisierte Mediationskanzlei sucht, die familiäre Themen ohne andere Rechtsgebiete im Rucksack angeht, sollte sich anderswo umsehen. Die institutionelle Schwere dieser Kanzlei ist kein Nachteil, aber sie bedeutet, dass die Breite der Angebote auch in den Honorarerwartungen spürbar sein wird. Deutschsprachige Klienten müssen mit Französisch zurechtkommen oder Englisch sprechen. Wer eine sehr persönliche, kleine Kanzlei mit direktem Zugang zum Inhaber bevorzugt, wird die Größe dieses Teams als Hindernis erleben.

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