ADLEGEM Rechtsanwälte

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Was ist ADLEGEM

ADLEGEM Rechtsanwälte ist eine Kanzleigemeinschaft mit Sitz in Luzern. Die Website beschreibt die Kanzlei so: «Wir sind Partner.» Das Selbstverständnis ist nicht das einer anonymen Anwaltskanzlei, sondern einer Gruppe benannter Personen, die sich als zugänglich positionieren. Die Kanzlei betont, dass sie «die Interessen von Privatpersonen, Gemeinwesen und Unternehmungen aus Gewerbe, Industrie und Dienstleistungen» wahrt und «lösungsorientiert» arbeitet. Die Schwerpunkte liegen im Wirtschaftsrecht: Gesellschaftsrecht, Verträge, Arbeitsrecht, Nachfolgeplanung und Unternehmenstransaktionen. Eine Besonderheit ist, dass mehrere der Partnerinnen und Partner auch als Notarinnen und Notare tätig sind, was bedeutet, dass die Kanzlei Beurkundungen im Haus vornehmen kann.

Wer zu ADLEGEM kommt

Die typische Klientin oder der typische Klient ist ein Unternehmen in Wachstum, Umstrukturierung oder Übergabe. Die Website nennt explizit «KMU und deren Eigentümer». Das bedeutet in der Schweiz üblicherweise Betriebe mit bis zu wenigen hundert Mitarbeitenden, nicht Einzelunternehmer einerseits und nicht Konzerne andererseits. Ein Gründer, der sein Unternehmen gerade aufbaut, findet hier Hilfe. Eine Unternehmerin, die ihr Lebenswerk verkaufen will, auch. Ein KMU, das seine Shareholder-Struktur ordnen oder ein anderes Unternehmen kaufen muss, sitzt bei ADLEGEM richtig.

Privatpersonen landen hier, wenn sie eine Nachfolge planen oder wenn es um Erbrecht geht. Die Website nennt mehrmals Beratung in Nachfolgeplanung und Erbrecht für Privatpersonen. Nicole Willimann hat nach eigener Website «langjährige Erfahrung in der Beratung von Privatpersonen in Fragen des Erbrechts» und bearbeitet auch «Nachlassplanungen und -abwicklungen auch in grenzüberschreitenden Fällen». Das deutet an, dass es nicht nur um einfache Testamente geht, sondern um komplexere Konstellationen, etwa wenn die Erbin in Frankreich lebt oder das Vermögen über mehrere Länder verteilt ist.

Unternehmenstransaktionen sind ein Kerngebiet. Pascal Engelberger und Florian Fallegger werden beide als Experten in «Unternehmenstransaktionen» genannt. Das heisst, Kauf und Verkauf von Firmen, M&A-Prozesse, Fusionen. Das ist ein anderes Gebiet als die routinemässige Beratung eines bestehenden Unternehmens: Es geht um die Strukturierung, Verhandlung und Durchführung von grösseren Dealsund die dabei auftretenden rechtlichen Fragen.

Was die Website konkret nennt

ADLEGEM nennt auf ihrer «Expertise»-Seite 19 Tätigkeitsbereiche. Im Zusammenhang mit Gesellschaftsrecht relevant sind: «Handels- und Gesellschaftsrecht», «Vertragsrecht», «Restrukturierungen und M&A», «Notariat», «Corporate Housekeeping», «Erbrecht» und «Arbeitsrecht». Auch «Prozessführung» wird genannt, was bedeutet, dass die Kanzlei ihre Klienten auch vor Gericht vertreten kann. Das Spektrum ist breit, was für eine Regionalkanzlei typisch ist.

Besonders zu nennen ist «Corporate Housekeeping». Das ist die Verwaltung der Governance-Unterlagen: Statutenänderungen, Verwaltungsratssitzungsprotokolle, Handelsregistereintragungen, formale Compliance-Anforderungen. Viele Unternehmen outsourcen diesen administrativen Teil an ihre Rechtsanwälte, weil es aufwendig ist, dies im Haus zu erledigen.

Einzelne Partner werden mit konkreten Schwerpunkten beschrieben. Pascal Engelberger begleitet «KMU und deren Eigentümer in allen wirtschaftsrechtlichen Belangen» mit Fokus auf «Vertrags-, Gesellschafts- und Arbeitsrecht sowie bei Unternehmenstransaktionen». Sandro Obrist betreut «Privatpersonen und Gesellschaften in den Bereichen des Vertrags-, Gesellschafts- und Zivilrechts» und ist als Notar tätig. Florian Fallegger «begleitet Unternehmen und deren Eigentümer in sämtlichen wirtschaftsrechtlichen Belangen, schwerpunktmässig im Vertrags-, Gesellschafts- und Arbeitsrecht sowie bei Unternehmenstransaktionen». Roman Böhni ist spezialisiert auf IT-Recht und Datenschutz, ausdrücklich auch auf Künstliche Intelligenz.

Die Kanzlei vertretet ihre Klienten «vor staatlichen Gerichten und Schiedsgerichten». Das heisst, wenn es zu einem Streit kommt, kann die Kanzlei auch litigieren, nicht nur beraten.

Was offen bleibt

Die Website veröffentlicht keine Stundensätze. Das ist in der Schweizer Anwaltschaft normal, manche Kanzleien halten ihre Gebührenstrukturen privat. ADLEGEM teilt nicht mit, wie teuer die Beratung ist oder wie ein Mandat kalkuliert wird. Es gibt keine Angaben zu Konsultationsgebühren oder Pauschalhonoraren. Eine Interessentin muss anrufen oder mailen, um diese Fragen zu klären.

Auch der genaue geografische Einzugsgebiet wird nicht genannt. Die Website sagt, ADLEGEM sitze in Luzern, aber es ist unklar, ob die Kanzlei auch Klienten aus dem Tessin oder dem Jura betreut. Das ist eine praktische Frage, die nur im Gespräch geklärt wird.

Die Website nennt nicht, wie viele Anwältinnen und Anwälte bei ADLEGEM arbeiten. Es werden mehrere benannte Partner und Partnerinnen aufgelistet, dazu Mitarbeitende, aber keine Gesamtzahl.

Notarielle Dienstleistungen im Haus

Ein zusätzlicher Aspekt: ADLEGEM hat mehrere Notarinnen und Notare in der Kanzlei. Das ist nicht überall der Fall. Viele Anwaltskanzleien haben keine eigenen Notare und müssen ihre Klienten an ein Notariat weiterleiten, wenn eine Urkunde anfällt. ADLEGEM kann das im Haus tun. Das ist praktisch, wenn es um die Beurkundung einer Gesellschaftsgründung, um Testamente, um Erbverträge oder um Eheverträge geht. Sandro Obrist und Carla Hool sind beide Notarinnen und Notare, neben ihrer Tätigkeit als Rechtsanwälte. Das bedeutet, dass eine Klientin, die ihre Firma gründet und ein Testament aufsetzen will, beides bei ADLEGEM erledigen kann. Auch Vorsorgeaufträge können beurkundet werden.

Für internationale oder grenzüberschreitende Erbfragen hat die Kanzlei ebenfalls Kompetenz benannt. Nicole Willimann arbeitet auch an «grenzüberschreitenden Fällen», was bedeutet, dass die Kanzlei mit Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten im Ausland zusammenarbeitet oder zumindest weiss, wie man mit ausländischen Erbgesetzen umgeht.

Litigationfähigkeit und Streitschlichtung

ADLEGEM ist nicht nur beratend tätig, sondern kann auch vertreten. Die Website erwähnt mehrmals, dass die Kanzlei ihre Klienten «vor staatlichen Gerichten und Schiedsgerichten» vertritt. Das heisst, wenn es zu einem Rechtsstreit kommt und eine gütliche Einigung nicht möglich ist, kann die Kanzlei den Fall vor Gericht führen. Stefan Mattmann wird ausdrücklich als «Mediator» beschrieben, was bedeutet, dass die Kanzlei auch Streitschlichtung anbietet, als Alternative zum klassischen Prozess. Das ist relevant für Konflikte zwischen Gesellschaftern oder bei Unternehmensübergängen, die scheitern.

Für wen die Kanzlei passt

ADLEGEM passt für Unternehmerin und Unternehmer, die ein Unternehmen führen und rechtliche Fragen zum Wirtschaftsrecht haben. Sie passt für Gründer, die ihre Gesellschaft strukturieren müssen, für Inhaber, die ihre Firmen übergeben wollen, und für Familien mit Erbfragen. Sie passt auch für jemanden, der ein anderes Unternehmen kaufen will und rechtliche Unterstützung braucht. Eine Inhaberin, die ihre Firma verkauft, findet hier jemanden, der den M&A-Prozess begleitet. Ein Paar, das international vermögen hat, kann sich zu Erbrecht beraten lassen. Ein KMU, das seinen Verwaltungsrat oder seine Shareholder-Struktur regeln muss, wird bei ADLEGEM fündig.

Sie passt weniger für jemanden, der sehr spezialisierte Rechtsfragen hat, etwa zu Patentrecht oder internationalem Strafrecht. Strafrecht wird auf der Website nicht als Kerngebiet genannt. Und sie passt nicht, wenn nur ein sehr kleines Budget zur Verfügung steht und keine Skalierung möglich ist. Eine Regionalkanzlei dieser Grösse ist nicht für Einzelunternehmer oder Solo-Rollen konzipiert, sondern für Betriebe mit Substanz. Die Website nennt KMU namentlich, nicht Einzelpersonen ohne Unternehmen.

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