Killias & Legler

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Was die Kanzlei ist

Killias & Legler ist eine spezialisierte Boutique für internationale Streitbeilegung mit Büros in Genf und Zürich. Die Kanzlei wird von zwei Gründungspartnern geleitet: Dr. Laurent Killias (LL.M.) und Dr. Thomas Legler (FCIArb). Bis 2024 führten beide die internationale Arbitrage-Abteilung einer prominenten Schweizer Kanzlei. Der Umzug in eine eigenständige Boutique ist typisch für Top-Anwälte, die sich spezialisieren und direkten Klientenkontakt suchen, oder die ihre Unabhängigkeit wünschen. Die Website beschreibt sie als "Swiss dispute resolution specialists" mit fast 30 Jahren kombinierter Erfahrung in internationalen Schiedsverfahren und Litigationen. Dies ist nicht eine junge Gründung, sondern ein Spin-off von etablierten Partnern, die aus einer grösseren Struktur hervorgegangen sind. Solche Umzüge bringen üblicherweise etablierte Klientelen mit, weil die Partner bereits bekannt sind und über ein Netzwerk verfügen.

Wofür man sie beizieht

Killias & Legler wird beizogen, wenn ein grenzüberschreitender Konflikt in ein Schiedsverfahren geht oder wenn es um die Vollstreckung oder Anfechtung eines Schiedsspruchs vor Schweizer Gerichten geht. Die Kanzlei arbeitet als Schiedsrichter selbst, als Anwalt einer Partei, oder als neutraler Sachverständiger. Das bedeutet, dass Killias & Legler die Fähigkeit hat, sowohl Parteien zu vertreten als auch als unabhängiger Schiedsrichter zu fungieren, ohne Interessenskonflikte zu schaffen. Dies ist eine Stärke für Mandanten, die komplexe internationale Verfahren brauchen, wo die Neutralität der Schiedsrichter entscheidend ist. Die breite Erfahrung in verschiedenen Rechtsordnungen macht sie besonders für Parteien interessant, die zwischen Common Law und Zivilrecht operieren. Die Website nennt Expertise in ICC-Schiedsverfahren, SAC (Schweizer Arbitrage-Zentrum), AAA/ICDR, KCAB (Korean Commercial Arbitration Board), WIPO und UNCITRAL. Diese Auflistung zeigt, dass die Kanzlei nicht auf ein Regelwerk oder eine Institution fixiert ist, sondern mit verschiedenen Schiedsordnungen arbeitet. Ein klassisches Beispiel: Ein Schweizer Konzern streitet mit einem französischen Partner über einen Liefervertrag, der ICC-Regeln vorsieht. Die Parteien können Killias & Legler beauftragen, um bei Verhandlungen zu helfen oder vor dem ICC-Tribunal zu argumentieren. Ein anderes Beispiel: Ein Schweizer Unternehmen hat einen Schiedsspruch gewonnen, kann ihn aber in der Schweiz nicht durchsetzen, ohne vor Gericht die Exequatur-Bestätigung zu erhalten. Killias & Legler kann vor dem Schweizer Gericht argumentieren.

Was die Seite konkret sagt

Die Website nennt folgende Inhaltsbereiche: "commercial disputes, intellectual property, IT and media-related matters", also Handelsstreitigkeiten, Immaterialgüterrecht, Informationstechnologie und Medienrecht. Das bedeutet nicht, dass die Kanzlei ALLE Streitigkeiten in diesen Gebieten annimmt, sondern dass dies ihre dokumentierte Erfahrung ist. Die Services werden beschrieben als "case strategy, negotiations, settlements and representation in alternative dispute resolution proceedings", also Fallstrategie, Verhandlungen, Vergleiche und Vertretung in alternativen Streitbeilegungsverfahren. Die Kanzlei tritt "regularly appear before Swiss courts in litigation, particularly in arbitration-related matters, including award enforcement and set-aside proceedings" auf, also regelmässig vor Schweizer Gerichten auf, speziell in Schiedsrechtsfragen, inklusive Schiedsspruchbestätigung und Aufhebungsverfahren. Diese zweite Säule ist wichtig: Nach einem Schiedsspruch kann es darum gehen, ihn zu vollstrecken oder in der Schweiz anzufechten. Die Arbeitsweise wird beschrieben als "highly adaptable, working seamlessly with other law firms and frequently acting as co-counsel for foreign law firms and parties", also hochgradig adaptiv, nahtlose Zusammenarbeit mit anderen Kanzleien und häufige Co-Counsel-Mandate für ausländische Kanzleien und Parteien. Die Publikationsliste zeigt intensive Forschungstätigkeit: Laurent Killias hat einen Kommentar zu den Artikeln 22, 53-56 des Lugano-Übereinkommens publiziert, sowie zu den Artikeln 114-142 des Schweizerischen Obligationenrechts über Unmöglichkeit der Leistung, Aufrechnung und Verjährung. Diese Publikationen zeigen, dass die Partner sich mit Rechtsfortbildung intensiv befassen und nicht nur Mandanten bearbeiten. Sie sind nicht nur Praktiker, sondern Denker, die zur wissenschaftlichen Entwicklung des Fachs beitragen.

Was die Seite nicht publiziert

Die Website nennt keine Stundensätze und keine Honorarmodelle. Dies ist typisch für Schweizer Kanzleien in diesem Segment, die ihre Gebühren im Einzelgespräch mit dem Mandanten klären. Es wird nicht angegeben, wie viele weitere Anwälte und Anwältinnen bei Killias & Legler arbeiten, nur die beiden Gründer sind namentlich genannt. Ein Gründungsjahr der Kanzlei wird nicht genannt. Fachanwaltstitel werden nicht erwähnt, obwohl Killias ein LL.M. trägt und Legler ein FCIArb-Zertifikat hat, was bedeutet, dass Legler von der International Court of Arbitration der ICC zertifiziert ist. Sprachenangebot wird nicht explizit aufgelistet, obwohl die Gründer mit mehrsprachigen Verfahren arbeiten und sowohl mit amerikanischen als auch europäischen Arbitrage-Institutionen tätig sind. Die Dauer eines typischen Schiedsverfahrens oder typische Kostenrahmen werden nicht angegeben. Die Website sagt auch nicht, wie Konflikte entstehen, wenn ein Partner selbst Schiedsrichter ist und gleichzeitig als Anwalt fungiert. Diese Fragen sind legitim, aber die Website antwortet nicht darauf.

Für wen die Kanzlei passt

Killias & Legler passt für Parteien mit grenzüberschreitenden Konflikten, die ein Schiedsverfahren oder eine Schiedsspruchduellierung brauchen. Sie passt für Fälle in den Bereichen Handel, Immaterialgüter, IT oder Medien, oder für Konflikte in anderen Bereichen, bei denen die Partner Erfahrung haben. Sie passt für ausländische Parteien, die eine Schweizer Repräsentation mit Tiefenwissen brauchen. Sie passt für andere Kanzleien, die einen Co-Counsel mit spezifischer Schweizer Schiedsrechts-Expertise brauchen. Sie passt für Parteien, die einen Schiedsrichter mit akademischem Profil und Forschungsaktivität brauchen.

Wer eine Generalisten-Kanzlei mit breitem Leistungsspektrum sucht (Transaktionen, Compliance, regulatorische Fragen), ist hier falsch. Wer nationale Nicht-Schiedslitigationen in der Schweiz führen will, sollte eine andere Kanzlei suchen. Wer strenge Gebühr-Budgetierbarkeit braucht, wird mit einer spezialisierten Boutique dieser Grösse eher Stundenhonorar zahlen müssen, ohne Transparenz über die Gesamtkosten. Wer keine internationalen Dimensionen im Konflikt hat, passt nicht.

Grösse und Ressourcen

Killias & Legler ist eine kleine Boutique, gegründet und geführt von zwei Top-Partnern mit akademischen Graden und internationaler Reputation. Das hat Vorteile und Nachteile. Der Vorteil: Partner kümmern sich selbst um Mandate und nicht ein Junior mit weniger Erfahrung. Der Nachteil: wenn beide Partner überbucht sind, können neue Mandate schwieriger aufgenommen werden. Die Tatsache, dass die Kanzlei keine weiteren Anwälte namentlich nennt, deutet auf eine Struktur von unter zehn Personen hin. Das ist typisch für Schweizer Boutiques in diesem Segment. Solche Strukturen funktionieren gut für hochspezialisierte Praxen, weil sie Spezialwissen konzentrieren, aber sie sind nicht skalierbar für massive Fallzahlen.

Geografie und Marktposition

Zwei Büros (Genf und Zürich) bedeuten Präsenz in beiden grossen Schweizer Wirtschaftsräumen. Genf ist Sitz internationaler Organisationen, Sitz der ICC und ein klassischer Schiedsort für internationale Verfahren. Zürich ist das grösste Finanzzentrum der Schweiz und Sitz vieler grosser Unternehmen. Diese geografische Verteilung ist bewusst und marktwirtschaftlich, nicht administrativ oder politisch begründet. Sie zeigt, dass die Kanzlei nicht nur in der Romandie tätig sein will, sondern auch im deutsch-sprachigen Raum. Das ist wichtig, weil viele Schweizer Konzerne und Finanzinstitute in Zürich sitzen und ihre Konflikte auch dort gelöst werden wollen.

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