Zumstein & Partner Advokatur

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Was die Kanzlei ist

Zumstein & Partner Advokatur sitzt in Bern und arbeitet als Vollsortiment-Kanzlei. Die Website nennt elf Anwältinnen und Anwälte namentlich: Andrea Evans, Janina Jakob, Franziska Jöhr, Bernadette Ngouangui, Raffael Ramel, Peter von Ins, Emanuel Zloczower, Jörg Zumstein, Denise Ammann, Andrea Müller und Lukas Schwander. Die Kanzlei beschreibt sich selbst als "beratend und prozessierend" tätig, also sowohl in der Beratung als auch in der Prozessführung tätig. Das bedeutet: Diese Kanzlei ist nicht nur eine Thinktank, die Gutachten schreibt, sondern vertritt ihre Klienten auch vor Gericht. Das ist eine wichtige Unterscheidung in der Schweizer Anwaltslandschaft.

Die Namen deuten verschiedene Herkunftsländer an (von Ins, Ngouangui, Jöhr), was auf eine etwas diversere Besetzung hindeutet als rein Schweizer Namen. Ein internationales Team kann für Mandaten mit Ausländerrecht oder internationalen Verträgen vorteilhaft sein, auch wenn das nur eine Spekulation ist.

Wozu man sie beizieht

Arbeitsrecht steht an erster Stelle der aufgelisteten Tätigkeitsgebiete. Eine Kanzlei, die Arbeitsrecht prominent nennt, ist typischerweise Ansprechstelle für Arbeitsverträge, Kündigungen, Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Mitarbeitern, und Fragen der Betriebsorganisation. Kleine Unternehmen und Einzelfirmen brauchen Arbeitsrechtler für Fragen der Anstellung und zum Schutz vor Risiken. Grössere Firmen suchen eine Ansprechstelle für wiederkehrende Mandate. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer landen hier, wenn eine Kündigung bestritten werden muss oder wenn Lohnfragen strittig sind. Eine gekündigte Person, die sich nicht einverstanden erklärt, braucht eine Anwältin, die verhandeln kann und schlimmstenfalls prozessiert. Eine Kanzlei, die sich auf Arbeitsrecht spezialisiert und auch prozessiert, ist dann eine relevante Anlaufstelle.

Zusätzlich nennt die Website auch Aussergerichtliche Streitbeilegung und Mediation, was bedeutet, dass Mandanten hier die Möglichkeit haben, Konflikte ohne Gericht beizulegen. Das kann schneller und diskreter sein als ein Gerichtsverfahren. Gerade im arbeitsrechtlichen Kontext, wo es oft um Vertrauensverhältnisse geht, kann Mediation sinnvoll sein: Ein gekündigter Arbeitnehmer und sein Arbeitgeber können mit einer neutralen Mediatorin verhandeln, ohne gleich vor Gericht zu gehen. Das spart Kosten und Zeit auf beiden Seiten. Die Kanzlei schreibt, dass sie "persönlich, lösungsorientiert" arbeitet und die "individuellen Wünschen und Bedürfnissen" ihrer Klientschaft berücksichtigt. "Diskretion, Unabhängigkeit und individuelle Beratung" werden als Fundament genannt. Was das konkret heisst, bleibt offen. Es könnte bedeuten, dass die Kanzlei kleine Mandate bevorzugt, wo persönliche Kontinuität möglich ist. Oder es könnte nur eine Standardformulerung sein, die jede Kanzlei verwendet. Ohne tiefere Fallbeispiele ist das schwer zu unterscheiden.

Die übrigen aufgeführten Gebiete zeigen, wie breit die Kanzlei aufgestellt ist, auch wenn Arbeitsrecht vorne steht. Bau-, Immobilien- und Vergaberecht betrifft typischerweise Streitigkeiten rund um Bauprojekte oder öffentliche Ausschreibungen, Erbrecht die Nachlassplanung und Erbstreitigkeiten, Familienrecht Scheidungen und Unterhaltsfragen, Handels- und Gesellschaftsrecht die Gründung und Führung von Firmen. Für einen Arbeitgeber, der gleichzeitig eine Firma umstrukturiert, einen Vertrag verhandelt oder eine Liegenschaft kauft, kann es praktisch sein, all diese Fragen bei derselben Kanzlei unterzubringen, statt mehrere Mandate an verschiedenen Orten zu koordinieren. Für eine Einzelperson mit einem reinen Kündigungsfall spielt diese Breite dagegen keine Rolle, sie braucht nur die Arbeitsrechtskompetenz.

Die Belege von der Seite

Die Website nennt vierzehn Tätigkeitsgebiete in einer Aufzählung: Arbeitsrecht, Aussergerichtliche Streitbeilegung, Bau-, Immobilien- und Vergaberecht, Erbrecht, Familienrecht, Haftpflicht- und Versicherungsrecht, Handels- und Gesellschaftsrecht, Immaterialgüter- und Wettbewerbsrecht, Vereins- und Stiftungsrecht, Strafrecht, Strassenverkehrsrecht, Vertragsrecht, Verwaltungsrecht. Dazu kommen Notariat und Mediation als weitere Leistungsbereiche. Das ist eine lange Liste, und sie bedeutet, dass die Kanzlei kaum ein Anliegen ablehnen würde. Ein Geschäftsführer mit einer Frage zum Verwaltungsrecht und gleichzeitig ein Scheidungsfall in der Familie kann beides hier klären. Die Website sagt wörtlich, dass die Kanzlei "langjährige Erfahrung" hat und "zielgerichtete Lösungen" erarbeitet. Ein Anwaltspraktikum wird angeboten, was bedeutet, dass die Kanzlei nachwächst und in Ausbildung investiert. Die Kanzlei sitzt an der Kochergasse 6, Postfach 3001, 3001 Bern, und ist erreichbar unter +41 31 328 35 35 und office@bern.law. Kochergasse ist eine bekannte Adresse in Berns Altstadt, was auf Kontinuität hindeutet. Die Website ist in Deutsch und Englisch verfügbar, ein Zeichen für internationale Ausrichtung oder zumindest touristische und fremdsprachige Klientel.

Was die Seite offenlässt

Die Kanzlei veröffentlicht keine Stundensätze und keine Gebührenmodelle. Das trifft auf die meisten Schweizer Anwaltskanzleien zu. Eine konkrete Angabe dazu, in welchen der aufgeführten Gebiete die Kanzlei besonders erfahren ist oder besonders viel arbeitet, gibt es nicht. Arbeitsrecht steht an erster Stelle der Liste, aber das könnte alphabetisch, gewohnheitsmässig oder zufällig sein. Es gibt keine separate Seite zum Arbeitsrecht, keinen namentlich benannten Spezialisten für dieses Gebiet, und keine beschriebenen Arbeitsfälle. Die Website sagt nicht, wie lange ein Arbeitsrechtsmandat typischerweise dauert oder wie eine Erstberatung abläuft. Sie nennt keine Kostenbeispiele für Gängiges wie einen Kündigungsschutzprozess, was jemand gerne vorher wissen möchte, um sein Budget zu planen.

Auch für Notariat und Mediation gibt es keine Details: ob diese Dienstleistungen intern erbracht werden oder an spezialisierte Partner delegiert werden, bleibt unklar. Ein Paar, das sich scheiden lässt und ein Notariat braucht, kann nicht schnell erkennen, ob die Mediation auch aus einer Hand kommt oder ob man danach woanders hin muss. Es gibt keine Kundenreferenzen, Testimonials oder Fallbeispiele, die zeigen würden, welche Art von Mandaten die Kanzlei wirklich bevorzugt oder in welcher Grösse sie tätig ist. Ein Gründungsjahr oder eine Unternehmensgeschichte werden nicht genannt. Es ist nicht klar, ob die Kanzlei nur in Bern tätig ist oder auch an anderen Orten Dependancen hat. Die Rollenverteilung im Team wird nicht beschrieben: es ist nicht ersichtlich, wer federführend Arbeitsrecht macht, wer Partner ist, oder wer operativ die Mandate leitet. Das ist typisch für schweizer Kanzlei-Websites; Transparenz ist nicht gerade eine Stärke des Anwaltsmarktes.

Für wen sie passt und für wen nicht

Diese Kanzlei passt für Mandanten, die eine etablierte Berner Vollsortiment-Kanzlei suchen, die Arbeitsrechtsfragen neben anderen Mandaten bearbeitet. Sie passt, wenn persönliche Beratung und Diskretheit wichtig sind, und wenn man jemand sucht, der Vertraulichkeit ernst nimmt. Sie passt auch, wenn man nebenläufig eine notarielle Beurkundung oder Mediation braucht und Wert darauf legt, alles aus einer Hand mit denselben Anwältinnen zu haben. Für lokale Mandate in Bern ist die Nähe zur Kanzlei auch praktisch.

Sie passt nicht, wenn man eine auf Arbeitsrecht spezialisierte Kanzlei mit erkennbarem Fokus und bekannten Arbeitsprozessen sucht. Wer die reputation einer Boutique-Kanzlei mit ausgeprägt Arbeitsrechts-Expertise sucht, sollte woanders schauen. Sie passt nicht, wenn man vor der Mandatsannahme Stundensätze oder konkrete Kostenbeispiele braucht, um eine Entscheidung zu treffen. Sie passt nicht, wenn man eine schnelle, standardisierte Auskunft per E-Mail erwartet oder nur online recherchieren will: die Website hält sich sehr kurz und verweist implizit auf das persönliche Telefongespräch als nächsten Schritt.

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