MCLB Avocats
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Die Kanzlei
MCLB Avocats wurde 2023 in Lausanne gegründet und hat sich als spezialisierte Kanzlei für Prozessvertretung etabliert. Das Kürzel MCLB steht für die vier Gründer, die ihre langjährige Erfahrung in den verschiedenen Rechtsgebieten zusammenbringen. Die Website betont die Maxime "Vos droits · notre engagement · une confiance partagée" (Ihre Rechte · unser Engagement · gemeinsames Vertrauen). Mit Büros in Lausanne, Sion und Délémont ist die Kanzlei über die Westschweiz verteilt und vertritt Mandate vor Gerichten und Behörden in der gesamten Suisse romande sowie vor eidgenössischen Gerichten.
Die Kanzlei ist als klassisches Anwaltsunternehmen strukturiert: vier gleichberechtigte Associé teilen sich die Geschäftsführung und die Mandate. Sie beschreiben die wachsende Komplexität von Mandaten als Grund für ihre Spezialisierung, nicht jeder Anwalt kann überall gleich gut arbeiten, und MCLB konzentriert sich auf Tiefe statt Breite. Das ist eine bewusste Strategie: eine junge Kanzlei, gegründet 2023, hat genau diese Fokussierung nötig, um sich am Markt zu etablieren und Glaubwürdigkeit aufzubauen. Eine einjährige alte Kanzlei, die verspricht, überall gleich gut zu arbeiten, hätte niemand ernst, aber eine Kanzlei, die vier spezialisierte Partner zusammenbringt und sagt "wir arbeiten tiefgründig in diesen Bereichen", signalisiert Kompetenz.
Wofür man sie beizieht
Die Website nennt als Kernleistungen: Prozessvertretung vor Gerichten ("Représentation devant les tribunaux"), rechtliche Beratung und Rechtsauskünfte, Unterstützung von Gemeinden, Vertragsgestaltung, und Vermittlung bei Schiedsverfahren. Das zentrale Geschäft ist aber die Gerichtsvertretung. Ein Mandant, der gegen einen gegnerischen Anwalt im Gerichtssaal antreten muss, braucht jemanden, der das täglich tut. MCLB listet Strafrecht, Verkehrsrecht, Luftfahrtrecht, Immaterialgüterrecht, Vertragsrecht, Mietrecht, Arbeitsrecht, Konkurs- und Schuldbetreibungsrecht, Privatversicherungen, Berufsvorsorge, Zivilhaftung und Sozialversicherungen, Medizinrecht, Erbrecht, Familienrecht, Erwachsenenschutz, Schiedsgerichtsbarkeit, Bau- und Immobilienrecht, Verwaltungsrecht, Raumplanungsrecht und Vergaberecht auf. Das ist nicht die ganze Schweizer Rechtsordnung, aber ein bewusst ausgewähltes Spektrum ohne die "wir machen alles" Rhetorik, die wenig aussagt.
Die Beschreibung "Représentation devant les tribunaux" ist dabei das Schlüsselwort. Gerichtsvertretung bedeutet konkret: Sie haben ein rechtliches Problem, das nicht per Verhandlung zu lösen ist, und Sie brauchen einen Anwalt, der vor Gericht argumentiert, Beweisvorbringungen strukturiert, mit den gegnerischen Anwälten verhandelt und notfalls bis zur nächsten Instanz appelliert. MCLB positioniert sich genau da und nicht als Generalbevollmächtigte für alles mögliche.
Was die Website nennt
Die vier Associé sind alle "avocat au barreau" (Anwälte, zugelassen bei der Kammer). Eric Muster ist Doktor der Rechte und liest als "Chargé de cours à l'Université de Lausanne" (Dozent an der Uni Lausanne), ein Zeichen juristischer Tiefe und Publikation. Ein Dozent an einer Universität ist normalerweise nicht der praktiker, der täglich vor Gericht sitzt; Musters Kombination aus akademischer Lehre und praktischer Anwaltschaft ist selten und signalisiert einen hohen wissenschaftlichen Standard. Frédéric Charpié hat ein DEA in vergleichendem Konsumentenrecht, ein Advanced Study Degree, das auf Spezialwissen in einem Untergebiet deutet. Alexandra Lehmann ist spezialisierter Anwalt (Fachanwalts-Titel FSA) für Haftpflicht- und Versicherungsrecht und hat ein Kurs-Zertifikat in Berufsvorsorge ("CAS Prévoyance professionnelle"). Der FSA-Titel ist nicht einfach zu bekommen; er verlangt spezialisierte Erfahrung und eine erfolgreiche Prüfung. Léonard Bruchez ist lizenziert in beiden Rechtsordnungen ("licencié utriusque iuris"), das bedeutet: canon law oder römisches Recht, nicht einfach zwei nationale Anwaltsordnungen. Er hat auch FSA-Titel in Baurecht und Erbrecht und ein CAS für Strafmagistrate. Das sind vier völlig unterschiedliche Profile, die sich ergänzen: einer mit akademischer Reputation (Muster), einer mit Konsumentenrecht-Spezialisierung (Charpié), einer mit Versicherungs-Tiefe (Lehmann), einer mit Straf- und Erbrecht-Spezialisierung (Bruchez).
Die Website nennt drei physische Büros: Lausanne (Sitz), Sion (Wallis) und Délémont (Jura). Das ist eine bewusste geographische Streuung über die Westschweiz und den Jura hinaus. Die Anwälte vertreten Mandate vor den Tribunalen und Behörden in der ganzen Suisse romande und auch vor den eidgenössischen Bundesgerichten. Das bedeutet konkret: Sie arbeiten nicht lokal beschränkt auf Lausanne, sondern regional und bereit, vor höheren Instanzen bis zum Bundesgericht zu erscheinen. Ein Genfer Rechtsstreit könnte von Sion aus verwaltet werden, ein Wallis-Fall von Lausanne.
Kontakt ist per Webformular oder Telefon unter 021 552 41 30. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag 8 to 12 Uhr und 13:30 to 16 Uhr angegeben, ein klassisches Büro ohne Durchgehende Besetzung oder Anrufbeantworter-Service, der die Welt rund um die Uhr bedient. Wer außerhalb dieser Zeiten anruft, wird nicht durchgestellt.
Was die Website nicht offenlegt
Die Website veröffentlicht keine Stundensätze. Das ist bei Westschweizer Kanzleien die Norm, nur wenige publizieren Konditionen online. Die Seite sagt auch nicht, wie ein Mandat beginnt: braucht es ein persönliches Gespräch, einen Telefontermin, eine schriftliche Anfrage? Und die durchschnittliche Bearbeitungszeit für ein Mandat bleibt offen. Die Website nennt auch die Zahl der angestellten Anwälte nicht; die vier Associé sind aufgelistet, aber nicht, ob es weitere Anwälte in der Kanzlei gibt. Für Spezialisten innerhalb der vier Associés ist klar: Haftpflicht und Versicherung = Lehmann, Bau und Erbrecht = Bruchez, Strafrecht = Bruchez auch. Für alles andere (Verkehrsrecht, Luftfahrt, Arbeitsrecht) ist unklar, wer der Ansprechpartner ist.
Die Website erwähnt auch nicht, ob die Kanzlei auf besondere Verfahrensarten spezialisiert ist, also Schiedsverfahren, Schiedsmediation, oder schnelle Verfahren. Schiedsgerichtsbarkeit wird als eine der Kernleistungen genannt, aber es gibt keine Fallbeispiele oder Referenzen zu Institutionen wie der SCAI oder der ICC.
Standpunkte und Netzwerk
Die Kanzlei hat sich bewusst für die Schwerpunkt-Strategie entschieden: sie konzentriert sich auf Prozessvertretung und baut darauf ihr Netzwerk auf. Diese Fokussierung ermöglicht es den vier Associés, in ihren jeweiligen Gebieten tiefe Expertise zu entwickeln, statt sich in Generalpraxis zu verzetteln. Für Fälle außerhalb der aufgelisteten Domänen nennt die Website explizit ein "Netzwerk von spezialisierten Beratern in der Schweiz und im Ausland", das bedeutet, die Kanzlei kann auch auf Spezialwissen zugreifen, ohne diese Kompetenzen selbst zu halten. Das ist eine pragmatische Struktur für eine kleine bis mittlere Kanzlei.
Die dreifache Büro-Präsenz (Lausanne, Sion, Délémont) signalisiert auch Engagement in der Westschweiz und dem Jura. Das ist nicht zufällig gewählt; es bedeutet, dass die Kanzlei ihre Mandanten vor lokalen Gerichten vertreten kann, ohne dass diese lange Anfahrten buchen müssen.
Für wen sie passt und für wen nicht
MCLB passt für jeden, der einen Prozessfall in der Westschweiz oder vor Bundesgerichten hat und einen erfahrenen Anwalt braucht, der sich spezialisiert hat und nicht alles gleichzeitig macht. Sie sind gut geeignet, wenn der Fall eine klare Sachfrage hat (Haftpflicht, Versicherungsstreit, Baurecht, Erbkonflikt, Arbeitsrechtsstreit) und der richtige Associé existiert. Auch für private Mandate neben den institutionellen Klienten. Die Tatsache, dass die Kanzlei ausdrücklich Gemeinden unterstützt, macht sie auch interessant für Gemeinde-Mandate im Verwaltungsrecht oder bei Bau-Streitigkeiten.
Sie passen weniger, wenn Sie einen One-Stop-Shop suchen, der Ihnen von der Unternehmensgründung über Markenschutz bis zur Streitbeilegung alles macht, die Kanzlei hat einen bewussten Fokus auf Prozessvertretung und verzichtet auf viele Services. Sie passen auch nicht, wenn Sie erwarten, dass der Anwalt jederzeit erreichbar ist; die Bürozeiten sind beschränkt (8 to 12 und 13:30 to 16 Uhr) und es gibt keine Hinweise auf eine Notfall-Hotline oder eine außerhalb dieser Zeiten verfügbare Beratung. Ein Anwalt, der bis abends im Büro sitzt wie bei PRA in Genf, ist hier nicht die Erwartung.